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Bauen & Wohnen

Bauen und Wohnen der Zukunft

Mit zunehmendem Alter gewinnt das Zuhause an Bedeutung. Die Wohnqualität bestimmt zunehmend die Lebensqualität – besonders, wenn die Beweglichkeit nachlässt. Die demografische Entwicklung in Deutschland erfordert neue, zukunftstaugliche Wohnformen. Das Gros des deutschen Wohnimmobilienbestands ist jedoch in den ersten Nachkriegsjahren entstanden, weshalb sie den heutigen Anforderungen an altersgerechte Architektur nicht genügen. Entsprechend wird mit dem ansteigenden Anteil an Rentnerhaushalten in Deutschland der Immobilienbestand nachzurüsten sein.

Doch schon jetzt steht dieser Nachfragesituation ein völlig unzureichendes Marktangebot gegenüber. Eine im Oktober 2008 veröffentlichte repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab, dass ein Viertel, der Generation 50+ monatlich etwas Geld für wohnliche Zukunftspläne zur Seite legt. Einige gaben sogar an, dass sie bereits heute bauliche Veränderungen fürs Alter in ihrem Zuhause vornehmen lassen: 15,4 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 25 Prozent der über 70-Jährigen. Insgesamt werden in Deutschland jährlich rund 15 Milliarden Euro für Modernisierungs- und Instandhaltungsleistungen im eigenen Zuhause ausgegeben.

Nach Berechnungen von Verbänden der Bauwirtschaft wird damit gerechnet, dass mittelfristige etwa 12 bis 13 Millionen altersgerechte Immobilien benötigt werden. Im Bereich altersgerechter Wohnraumsanierung gibt es demnach von Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher eine enorme Nachfrage nach Betrieben und Unternehmen, die die eigenen vier Wände barrierefrei und somit altersgerecht gestalten.

Wo sich Unternehmen und Betriebe zum Thema altersgerechtes Bauen informieren können und was es auf dem Markt bereits gibt, zeigen folgende Beispiele:

Bundesweite Vorträge und Workshops zum Thema bietet das Oberbayerische „Institut Wohnen im Alter“ e.V.: www.institut-wohnen-im-alter.de/institut-wohnen-im-alter.html

Barrierefreie Musterhäuser und Einrichtungslösungen für alle Lebensbereiche präsentiert das „Technologie-Zentrum Dortmund“: www.barrierefreileben.de 

Speziell an das Handwerk richtet sich die Website des „Handwerkszentrums Wohnen im Alter“, der Handwerkskammer Düsseldorf: www.wia-handwerk.de

Wie behindertengerechte Wohnungsgrundrisse aussehen und die barrierefreie Erschließung von Grundstücken und Häusern funktioniert, dazu informiert „wohn mobil Köln“: www.wohn-mobil-koeln.de

DIN-Norm regelt "Betreutes Wohnen"

Eine neue DIN-Norm definiert bundeseinheitliche Mindeststandards für "Betreutes Wohnen". Die Norm enthält nach Angaben des Deutschen Instituts für Normung (DIN) die Mindestanforderungen an die Transparenz des Leistungsangebotes, an die zu erbringenden Dienstleistungen, an Wohnangebot und Vertragsgestaltung sowie an qualitätssichernde Maßnahmen. (weiter)

"Das Betreute Wohnen ist ein zukunftsweisendes Wohnkonzept. Es ermöglicht als Alternative zum Heim eine weiterhin selbstständige Lebensführung in einer barrierefreien Wohnung", so Dr. Holger Mühlbauer, zuständiger Referent beim DIN-Institut. Betreutes Wohnen sei jedoch kein gesetzlich eindeutig bestimmter Begriff. "Es gibt kein spezielles Gesetz, das definiert, welche Standards einzuhalten sind und es gibt auch keine spezielle Institution, die die Einhaltung von Qualitätsstandards im Betreuten Wohnen für ältere Menschen sicherstellt", erläutert Dr. Mühlbauer den Normungsbedarf.

Mindeststandards und Leistungstransparenz

Mit der DIN-Norm 77800 wird nun ein einheitliches Instrument zur freiwilligen Qualitätssicherung auf dem Markt des Betreuten Wohnens bereitgestellt. Die Norm definiert Mindestqualitätsstandards, die für Anbieter eine Orientierung bieten sollen. Gleichzeitig soll für die Verbraucherinnen und Verbraucher die Leistungstransparenz dieser Wohnform verbessert werden.

Die DIN-Norm 77800 ist eine Dienstleistungs-Norm. Das heißt. Hierunter fallen in erster Linie Dienstleistungen aus diesem Bereich, nicht bauliche Anforderungen. Das entsprechende Zertifizierungsprogramm definiert seit Herbst 2006 die bundeseinheitlichen Mindeststandards und Anforderungen für Betreutes Wohnen. Ausführender Zertifizierer ist die DIN CERTCO GmbH, die Begutachtung wird von Fachleuten vorgenommen. Das DIN-Geprüft-Zertifikat wird zeitlich befristet vergeben.

An der Erarbeitung der neuen DIN-Norm waren Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, öffentlichen Stellen, Bauträger- und Projektentwicklungsgesellschaften, Verbraucherschutz, Verbände und Hochschulen beteiligt.

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