Abschnittsende: Rücksprung zur seiteninternen Navigation
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"Durch den demografischen Wandel nimmt die Nachfrage nach Unterstützung im Haushalt stark zu. In der Altersgruppe der 50- bis 79-Jährigen wünscht sich heute bereits jeder Vierte Hilfe beim Putzen und bei der täglichen Hausarbeit. Jeder Dritte möchte Einkaufsdienste in Anspruch nehmen. Und immerhin jeder Zehnte sucht Hilfe in Finanzangelegenheiten.
Die Spanne der haushaltsnahen Dienstleistungen reicht von Abhol- und Bringdiensten über Hilfe beim Ausfüllen von Formularen bis zu Reparaturarbeiten oder zur Tierbetreuung. Schon diese kleine Auswahl zeigt, dass haushaltsnahe Dienstleistungen nicht nur Seniorinnen und Senioren den Alltag erleichtern, sondern auch ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial bieten.
Zwar ist der Markt noch sehr heterogen und setzt sich aus vielen Einzelangeboten zusammen, Experten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung gehen aber von einem erheblichen Wachstumspotenzial aus.
Bereits heute kommt jeder dritte Euro, der in Deutschland privat ausgegeben wird, von einem Menschen über 60 Jahre. Bis zum Jahr 2050 werden die Ausgaben der Seniorinnen und Senioren auf 386 Millionen Euro wachsen und damit 41 Prozent der Gesamtausgaben in Deutschland betragen, prognostiziert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Dieses Geld kommt auch haushaltsnahen Dienstleistungen zugute, denn mehr als zwei Drittel aller Seniorinnen und Senioren sind bereit, derartige Hilfen finanziell zu honorieren. Innovativen Existenzgründern bieten sich deshalb in diesem Bereich gute Chancen.
Bei Gründungen helfen die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern, die Karrierecenter der Hochschulen, Arbeitsagenturen oder private Einrichtungen weiter.
Gerade älteren Menschen fällt es oft schwer „sich bedienen zu lassen“, hier ist besondere Sensibilität gefragt. Senioren bevorzugen zudem feste Ansprechpartner und Bezugspersonen sowie Dienstleistungspakete „aus einer Hand“. Natürlich sollte auch das Produkt oder die Dienstleistung genau auf die Zielgruppe zugeschnitten sein
Ältere Menschen suchen über die reine Dienstleistung hinaus auch den sozialen Kontakt. Wichtig ist deshalb die menschliche Qualifikation der Mitarbeiter. Die Helfenden sollten einfühlsam, verständnisvoll und zuverlässig und im Umgang mit der Zielgruppe geschult sein.
Wichtig für den Kunden ist eine ordnungsgemäß ausgefertigte Rechnung. Material und Arbeitsleistung müssen getrennt aufgeführt werden. Nur dann kann der Kunde 20 Prozent der Rechnung, maximal aber 600 Euro jährlich, bei seiner Einkommenssteuererklärung ansetzen. Der Rechnungsbetrag muss auf das Konto des Dienstleisters überwiesen werden. Barzahlungen werden nicht anerkannt.
Können Sie selbst nicht das gesamte Spektrum der Bedürfnisse abdecken, so bieten sich Kooperationen mit anderen spezialisierten Dienstleistern an. Ein Beispiel für eine gelungene Vernetzung war das 2007 abgelaufene Projekt „Silberdienste“ in Nordrhein-Westfalen, das professionelle Dienstleistungen mit ehrenamtlichen und nachbarschaftlichen Ansätzen verknüpfte. Aber auch in Agenturen und Vermittlungsstellen können sich Unternehmen vorstellen.
Sinnvoll sind darüber hinaus Kooperationen mit Wohnungsunternehmen. Diese nehmen oft eine Vermittlerrolle ein, während die Dienstleistungen selbst von externen Unternehmen erbracht werden.
Ein besonders gutes Beispiel ist die Initiative „Aha – Agenturen für haushaltsnahe Arbeit“. Hierbei handelt es sich um den Zusammenschluss von Agenturen, die sozialversicherungspflichtige Dienste vermitteln. Eine weitere rein privatwirtschaftliche Plattform bietet die ASL, die in ganz Deutschland und Österreich aktiv ist.
Externe Links:
Internetseite der „Aha – Agenturen für haushaltsnahe Arbeit“: www.saarland.de/agentur_haushaltsnahe_arbeit.htm
Internetseite der Verbraucherzentrale NRW: www.vz-nrw.de/UNIQ126399362102785/www.vz-nrw.de/link275512A.html