Ausgabe 01 – Dezember 2008

Inhaltsverzeichnis

Über die Initiative

1. Die Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“

Die Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“ hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist im Rahmen der Initiative die erste Anlaufstelle für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für Unternehmen. Aufgabe der Geschäftsstelle ist es, die Vernetzung zwischen den Akteuren und Initiativen im Bereich der Seniorenwirtschaft zu fördern. Des Weiteren bietet die Geschäftsstelle verschiedene Informations- und Serviceangebote wie zum Beispiel Studien und Analysen zu den Kernthemen der Initiative und sammelt Beispiele für innovative Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter. (weiter)

2. Erster Expertenworkshop der Initiative in Berlin

Am 18. November 2008 lud das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zwölf Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft zu einem Workshop nach Berlin ein. Ziel dieser Veranstaltung war es, die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ bekannt zu machen und Fachkreise thematisch in die Initiative einzubinden. (weiter)

Für Unternehmen: Bauen & Wohnen

3. Bundesregierung legt Förderprogramm zum altersgerechten Wohnen auf

Die Bundesregierung wird ab 2009 gezielt den altersgerechten Umbau von Wohnungen mit einem Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen. „Die Investitionen der Bundesregierung in altersgerechte Umbauten sind klug eingesetztes Geld. Die Anzahl alter Menschen steigt. Die allermeisten wünschen sich, ihren Lebensabend so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu verbringen“, sagt Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. (weiter)

Für Verbraucherinnen & Verbraucher

4. Preisverleihung des Universal-Design-Wettbewerbs

Gut gestaltete Produkte erhöhen die Lebensqualität älterer Menschen. Deshalb fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ bundesweite Nachwuchswettbewerbe an Design-Hochschulen. Unter dem Titel „von Kopf bis Fuß … tägliche Begleiter für Alt und Jung“ waren Produkte gefragt, die für alle Generationen attraktiv sind und den Alltag von Alt und Jung erleichtern. Der Wettbewerb unter Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen möchte angehende Designerinnen und Designer für die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die Bedürfnisse älterer Menschen sensibilisieren. (weiter)

Kurz vorgestellt

5. RKW-Kompetenzzentrum

Das RKW Kompetenzzentrum, eine Einrichtung des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e. V., unterstützt die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ hinsichtlich der besonderen Belange von kleinen und mittleren Unternehmen. Es hat über viele Jahre hinweg Expertise bei der Entwicklung von Konzepten und Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aufgebaut. Das RKW unterstützt KMU darin, Innovationen voran zu treiben, ihre Organisation an die Erfordernisse ihres Umfelds anzupassen und wettbewerbsfähig zu bleiben. (weiter)

Inhalt

Über die Initiative

1. Die Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“

Die Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“ hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie ist im Rahmen der Initiative die erste Anlaufstelle für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie für Unternehmen. Aufgabe der Geschäftsstelle ist es, die Vernetzung zwischen den Akteuren und Initiativen im Bereich der Seniorenwirtschaft zu fördern. Des Weiteren bietet die Geschäftsstelle verschiedene Informations- und Serviceangebote, wie zum Beispiel Studien und Analysen zu den Kernthemen der Initiative und sammelt Beispiele für innovative Produkte und Dienstleistungen zur Verbesserung der Lebensqualität im Alter.

Die Leitung der Geschäftsstelle hat die Soziologin und Gerontologin Frau Dr. Dörte Naumann übernommen, die seit über zehn Jahren in der anwendungsorientierten nationalen und internationalen sozialgerontologischen Forschung aktiv ist. Die Geschäftsstelle wird unterstützt vom RKW Kompetenzzentrum (Rationalisierungs- und Informationszentrum der deutschen Wirtschaft e.V.).

Unter der Adresse www.wirtschaftsfaktor-alter.de bietet die Website „Wirtschaftsfaktor Alter“ getrennt für beide Kernzielgruppen der Initiative – Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen – aufbereitete Informationen zu verschiedenen Themengebieten wie zum Beispiel „Wohnen & Handwerk“, „Gesundheit & Freizeit“, Mobilität & Technik“ und „Dienstleistungen & Handel“.

Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten in einer speziell ausgerichteten Rubrik Anregungen zu generationengerechten Produkten und Dienstleistungen, die darauf abzielen, die Lebensqualität zu verbessern. Qualitätslotsen leisten Hilfestellung, indem sie die relevanten Kriterien beim Kauf von generationengerechten Produkten und Dienstleistungen auflisten. Die Rubrik „Für Unternehmen“ analysiert die Marktchancen für generationengerechte Produkte und Dienstleistungen und bietet Informationen für die Unternehmen. Branchenspezifische Beiträge und Hinweise zeigen interessierten Betrieben, wo sie sich in Bezug auf den Wirtschaftsfaktor Alter eingehender informieren können.

Darüber hinaus finden Besucherinnen und Besucher auf der Startseite der Website aktuelle Meldungen und einen Kalender, der bundesweit themenbezogene Veranstaltungen auflistet. Eine aktuelle Sammlung mit Studien und Ratgebern rundet das Angebot der Website ab.

2. Erster Expertenworkshop der Initiative in Berlin

Am 18. November 2008 lud das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zwölf Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft zu einem Workshop nach Berlin ein. Ziel dieser Veranstaltung war es, die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ bekannt zu machen und Fachkreise thematisch in die Initiative einzubinden.

Die Expertinnen und Experten präsentierten aktuelle Entwicklungen in den Wachstumsbranchen Wohnungs- und Gesundheitswirtschaft für die Bevölkerungsgruppe 50+. Potenzial für innovative Produkte und Dienstleistungen sahen die Expertinnen und Experten in den Bereichen Wohnen, intelligente Haustechnik („Ambient Assisted Living –Technologien“) und barrierearme Wohnumfeldgestaltung. Dies gilt auch für die Entwicklung einer zukunftsorientierten Infrastruktur im Wohnumfeld durch haushaltsnahe Dienstleistungen und Mobilitätsangebote. Als weitere Schwerpunkte identifizierten die Expertinnen und Experten die Themen Gesundheit, Wellness, Telemedizin („eHealth“) und Bildung.

Die Anregungen der Expertinnen und Experten dienen als Grundlage für die Organisation des ersten Fachforums im Frühjahr 2009 mit dem Themenschwerpunkt Wohnen.

Für Unternehmen: Bauen & Wohnen

3. Bundesregierung legt Förderprogramm zum altersgerechten Wohnen auf

Die Bundesregierung wird ab 2009 gezielt den altersgerechten Umbau von Wohnungen mit einem Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützen. „Die Investitionen der Bundesregierung in altersgerechte Umbauten sind klug eingesetztes Geld. Die Anzahl alter Menschen steigt. Die allermeisten wünschen sich, ihren Lebensabend so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu verbringen.“, sagt Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Dies ist eine weitere Maßnahme, mit der die Bundesregierung auf die demografischen Veränderungen reagiert. Eine möglichst lange selbstständige Lebensführung ist eng verknüpft mit der Gestaltung des Wohnumfeldes. Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, den Wohnungsbestand demografiefest zu machen. Die Menschen in Deutschland werden nicht nur älter und wohnen häufiger allein, sie wollen auch mit körperlichen Beeinträchtigungen und steigendem Lebensalter möglichst lange in der eigenen Wohnung und in ihrer vertrauten Umgebung leben. Jedoch entspricht das Gros des deutschen Wohnimmobilienbestandes nicht den heutigen Möglichkeiten und Anforderungen an altengerechte Architektur. Das beginnt mit einem stufenlosen Zugang zum Haus, beinhaltet seniorengerechte Bäder und ausreichend breite Flure und Türen.

Auch wenn Deutschland im weltweiten Vergleich über einen hohen Wohnstandard verfügt, ist gerade bei älteren Menschen die Wohnsituation häufig kritisch. Gegenwärtig erfüllt nur rund ein Prozent aller Wohnungen in Deutschland einen alters- beziehungsweise behindertengerechten Standard. Studien zeigen, dass der Bedarf groß ist und bis 2020 weitere 800.000 Wohnungen altengerecht umgebaut werden müssen. Die Bundesregierung setzt dafür ab 2009 gezielt Anreize: durch Förderprogramme der KfW sowie durch die bessere steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen. 2009 wird ein gutes Jahr, um Wohnraum für ein langes Leben zu modernisieren.

Für Verbraucherinnen & Verbraucher

4. Preisverleihung des Universal Design-Wettbewerbs

Gut gestaltete Produkte erhöhen die Lebensqualität älterer Menschen. Deshalb fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ bundesweite Nachwuchswettbewerbe an Design-Hochschulen. Unter dem Titel „von Kopf bis Fuß … tägliche Begleiter für Alt und Jung“ waren Produkte gefragt, die für alle Generationen attraktiv sind und den Alltag von Alt und Jung erleichtern. Der Wettbewerb unter Schirmherrschaft von Bundesministerin Ursula von der Leyen möchte angehende Designerinnen und Designer für die zunehmende Alterung der Gesellschaft und die Bedürfnisse älterer Menschen sensibilisieren.

„Immer mehr Ältere stehen immer weniger Jüngeren gegenüber – diese Entwicklung wird Wirtschaft und Industrie, aber auch Design und Architektur beeinflussen,“ so der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, anlässlich der Preisverleihung am 26. November 2008. „Die innovativen Wettbewerbsbeiträge zeigen, wie man das Alltagsleben für alle Generationen noch besser gestalten kann. Industrie und Handel sollten diese Ideen aufnehmen und stärker auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingehen.“

Eine unabhängige Jury wählte unter den 117 Einsendungen aus 19 Hochschulen die Gewinnerinnen und Gewinner aus dem ganzen Bundesgebiet aus.

Jury: Prof. Franco Clivio (Gestalter), Claudia Gaspar (GfK Nürnberg), Eberhard Gebauer (Kaufhof Warenhaus AG), Alexander Grots (gravity/ehem. IDEO), Cordula Tutt (Focus), Prof. Dr. Dr. h. c. Ursula Lehr (Wissenschaftlerin, Bundesministerin a. D.) und Jürgen Nadler (Stiftung Warentest)

Gewinnerinnen und Gewinner:

Hauptpreise

1. Preis: 3.000 Euro

Der erste Preis geht an die Gruppenarbeit „Teilen“. Preisträger sind Eva Feldkamp, Hannes Geipel, Michel Giesbrecht, Milena Kling, Theresa Lusser und Lisa Weiss von der Universität der Künste Berlin. Die Arbeit zeigt, dass man Alltagsgegenstände manchmal nur geringfügig abwandeln muss, um Generationen zusammenzubringen: der Regenschirm mit Doppelgriff für Groß und Klein, die Markttasche mit verstellbarem Henkel, die wärmende Straßenlaterne oder der ausziehbare Stuhl zum gemeinsamen Schmökern für Großvater und Enkel.

2. Preis: 2.000 Euro

Der zweite Preis geht an Rouven Norman Rieger von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig für seinen Entwurf „Schmetterling“. Dieser Einkaufshelfer mit den breiten Flügeln nimmt kleinere Besorgungen mühelos auf und erspart das Bücken in den Einkaufswagen. Zum Einpacken genügt es, die Flügel des Schmetterlings zusammenzuklappen.

3. Preis: 1.000 Euro

Der dritte Preis geht an Desi Döll von der Universität der Künste Berlin für den Entwurf „Packaging Design 4 All“. Es geht dabei um Alltagslösungen für Verpackungen und Gefäße, die sich häufig schwer öffnen lassen. Wo herkömmliche Deckel die Flasche oft nicht freigeben, helfen bei diesen Verschlüssen kleine Tricks, die die Studentin zuvor mit älteren Menschen getestet hat.

Sonderpreise

Der Sonderpreis in Höhe von 2.500 Euro geht an Julinka Ebhardt und Janine Hofmann von der Fachhochschule Potsdam. Sie überzeugten die Jury mit ihrem Entwurf „Kaufhof Je le Merite“, ein altersgerechter Supermarkt, der nicht nur übersichtlicher und komfortabler gestaltet ist, sondern auch Orte der Begegnung wie Sitzgruppen und ein Café bietet. Der Sonderpreis in Höhe von 1.000 Euro geht an Nora Brand, Lone Hertel und Christian Kunz von der Universität Kassel für den Entwurf „kEKS“, eine Art generationsübergreifende Kontaktbörse in Form eines Zettelkastens.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs „von Kopf bis Fuß“ werden in einer Ausstellung bei designtransfer in der Universität der Künste Berlin, Einsteinufer 43–53, vom 27.11. bis 17.12.2008, Montag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr gezeigt.

Unter dem Titel „pack ein - pack aus - pack zu! Neue Verpackungen für Alt und Jung“ förderte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2006 erstmals einen bundesweiten Wettbewerb an Design-Hochschulen.

www.alt-jung.udk-berlin.de

Zur Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums

Weitere Informationen zum Wettbewerb 2006

Kurz vorgestellt

5. RKW Kompetenzzentrum

Das RKW Kompetenzzentrum, eine Einrichtung des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V., unterstützt die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ hinsichtlich der besonderen Belange von kleinen und mittleren Unternehmen. Es hat über viele Jahre hinweg Expertise bei der Entwicklung von Konzepten und Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aufgebaut. Das RKW unterstützt KMU darin, Innovationen voran zu treiben, ihre Organisation an die Erfordernisse ihres Umfelds anzupassen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Innovationsfähigkeit und Kompetenzentwicklung sind dabei zwei Schwerpunkte, die in den Projekten des RKW bearbeitet werden. Themen wie Innovation und Wissen, Produktions- und Dienstleistungssysteme, Personalmanagement und Arbeitsgestaltung und Unternehmensführung stellen die zentralen Kompetenzbereiche des RKW dar. Die Entwicklungen des demografischen Wandels und die vielfältigen Auswirkungen auf die Unternehmen sind ein weiterer thematischer Schwerpunkt, der projektübergreifend konzeptionell bearbeitet wird. Mit dem Thema Gründung beschäftigt sich das RKW in Projekten und Veranstaltungen sowie in sozialwissenschaftlichen Gutachten. Das RKW verfügt über explizite Branchenkenntnisse in den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Bauwirtschaft.

Die Aktivitäten des RKW konzentrieren sich sowohl auf Forschung und Entwicklung als auch auf den Wissenstransfer in die Wirtschaft und die Politik. Zur Expertise des RKW Kompetenzzentrums gehört auch die Vernetzung in Wissenschaft und Wirtschaft. Verbände, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Universitäten sind langjährige Partner des RKW. Weitere Informationen finden Sie unter www.rkw.de.