Ausgabe 3 - Juni 2009

Inhaltsverzeichnis

Über die Initiative

Impulsgruppe „Wirtschaftsfaktor Alter“ nimmt Arbeit auf

Wie kann die Lebensqualität älterer Menschen verbessert werden? Und wie kann man die Potenziale des Marktes für generationengerechte Produkte und Dienstleistungen besser aufzeigen? Am 20. April konstituierte sich eine „Impulsgruppe“, die die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ bei der Erarbeitung von Lösungsvorschlägen auf diese Fragen unterstützen soll. (weiter)

Rückblick auf das erste Fachforum der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“

Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am 11. Mai in Berlin am ersten Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“ teil. In verschiedenen Foren sowie auf einem „Marktplatz“ konnten sie sich über innovative, generationengerechte Produkte und Dienstleistungen und die Bedürfnisse älterer Verbraucherinnen und Verbraucher informieren. (weiter)

Teilnahme der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ am 9. Deutschen Seniorentag und der Messe „SenNova“

Die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ war beim diesjährigen Deutschen Seniorentag und der dazugehörigen Messe „SenNova“ vom 8. bis 10. Juni in Leipzig dabei. Die Schirmherrin des 9. Deutschen Seniorentages, Bundeskanzlerin Angela Merkel, hielt eine Festrede. (weiter)

Für Unternehmen: Brancheninfos

Arbeitskreis Handwerk diskutiert über den „Zukunftsmarkt 50plus“

Mehr als 40 Fachleute aus Handwerkskammern, Verbänden, Unternehmen, wissenschaftlichen Instituten und verschiedenen Initiativen diskutierten Mitte Mai in Berlin erstmals im „Arbeitskreis Handwerk“ darüber, wie Handwerksbetriebe die Chancen des demografischen Wandels für sich nutzen können. Sie waren der Einladung des RKW Kompetenzzentrums gefolgt, das diesen Arbeitskreis im Rahmen die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ eingerichtet hat. (weiter)

Neue Marktchancen in einer alternden Gesellschaft – neue Untersuchung zum „Design für Alle“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat die Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen, die als betriebswirtschaftliche Strategie das Konzept „Design für Alle“ verfolgen, vom Internationalen Design Zentrum Berlin untersuchen lassen. (weiter)

Für Verbraucherinnen & Verbraucher: Studienergebnisse

Was sich ältere Menschen wünschen

Zu klein, zu leise, zu kompliziert, zu schnell. Die aktuelle Studie „Alter und Gesellschaft“ des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel hat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) mehr als 1.700 DAK-Mitglieder, die über 65 Jahre sind, zu Schwierigkeiten im Alltag befragt. (weiter) 

Neben der Vorstellung der Studie beantwortet Prof. Dr. med. Fritz Beske, Direktor Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, weitere Fragen. (weiter)

Kurz vorgestellt

Haushaltsnahe Dienstleistungen - Hilfe und Unternehmen in der Region finden

Ob Kochen, Putzen, kleine Reparaturen, Gartenarbeit, Kinderbetreuung oder die Betreuung von Angehörigen: Die Branche der Dienstleister, die diese Aufgaben für Privatpersonen professionell übernehmen, wächst seit Jahren. Doch wie findet man einen Dienstleister in der Nähe? Hierzu hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord-Westfalen eine „KooperationsBörse für Dienstleister in Haushalten“ eingerichtet. (weiter)

Was sich hinter dieser Aktivität verbirgt, lesen Sie im Interview mit Dr. Christoph Asmacher, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Nord-Westfalen. (weiter)

Hinweis: Online-Umfrage

Umfrage: „Junge“ Unternehmerinnen und Unternehmer im Rentenalter?

Je älter die Bevölkerung wird, desto eher werden sich auch noch Frauen und Männer, die älter als 50 Jahre sind, selbstständig machen. Heute werden die „Silbernen Gründer“ oft belächelt und haben so manche Hürde zu überwinden. Was Ältere bei einer Unternehmensgründung behindert oder sie gar davon abhält, können sie jetzt in einer Online-Befragung angeben. Aber auch nach Ihren Wünschen für eine bessere Unterstützung wird gefragt. (weiter)

Inhalt

Über die Initiative

Impulsgruppe „Wirtschaftsfaktor Alter“ nimmt Arbeit auf

Die Mitglieder der Impulsgruppe „Wirtschaftsfaktor Alter“ sind Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Verbänden, Verbraucherschutzorganisationen, Wissenschaft und Medien. Sie wollen die Initiative unterstützen und dazu beitragen, die Senioren-, Wirtschafts- und Verbraucherpolitik miteinander zu verknüpfen. In dem ersten Treffen Ende April in Berlin verständigten sich die zehn Mitglieder deshalb auf eine gemeinsame Erklärung. Die Impulsgruppe will vor allem Anregungen geben für die Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen für alle Generationen. Ziel ist außerdem, ältere Menschen in ihrer Rolle als Verbraucherinnen und Verbraucher zu stärken. Nur so könne der „Wirtschaftsfaktor Alter“ zu einem Motor für mehr Wachstum und Beschäftigung werden, heißt es dazu in der Erklärung.

Zur gemeinsamen Erklärung: www.wirtschaftsfaktor-alter.de (Link zu PDF-Datei)
Vorstellung der Mitglieder der Impulsgruppe  

Rückblick auf das erste Fachforum der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“

Das erste Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“ hatte neben dem Wissens- und Erfahrungsaustausch die Vernetzung von Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft sowie von Verbraucher- und Seniorenorganisationen zum Ziel. Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft sowie Verbraucher- und Seniorenorganisationen referierten über die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels. Besonders großes Interesse hatten die Besucherinnen und Besucher am Forum „Wohnen“. Hier informierte unter anderem Werner Genter, Direktor der Förderbank KfW, über ein zinsgünstiges Darlehensprogramm zum barrierefreien Umbau von Wohnungen. Im Forum „Finanzdienstleitungen 50plus“ sah Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband vor allem bei einer fairen und klaren Anlageberatung Handlungsbedarf sowie beim Herausfiltern von Produkten, die für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher geeignet sind.

Branchenübergreifend wurde über zukunftsorientierte Produkt- und Kommunikationsstrategien sowohl aus Verbraucher- als auch aus Unternehmensperspektive diskutiert. Fazit: Das Marketing muss sich besser auf die Zielgruppe einstellen. Denn Ältere sehen sich im Durchschnitt zwar zehn Jahre jünger, als sie tatsächlich sind, möchten sich und ihre Bedürfnisse jedoch in der Werbung wiedererkennen. Des Weiteren stellte Sebastian Glende von der Senior Research Group ein Projekt vor, bei dem die Verbraucherinnen und Verbraucher der Generation 50plus in den Produktionsprozess neuer Produkte mit einbezogen werden.


Gruppenfoto mit einigen Referentinnen und Referenten des ersten Fachforums der Initiative Wirtschaftsfaktor Alter

Die Präsentationen der verschiedenen Foren können Sie bei der Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“ unter der E-Mail-Adresse info(at)wirtschaftsfaktor-alter.de anfordern. 

Teilnahme der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ am 9. Deutschen Seniorentag und der Messe „SenNova“

Der Deutsche Seniorentag 2009 bot unter dem Motto „Alter leben – Verantwortung übernehmen“ eine Vielzahl an Veranstaltungen mit bundespolitischer Prominenz, ganztägige Foren sowie Workshops zu Fragen im Zusammenhang mit einer alternden Gesellschaft. Begleitend zum Seniorentag fand die „SenNova 2009“ (zusammengesetzt aus den Worten Sen = Senioren/-innen; Nova = Neues) statt, die vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Dr. Hermann Kues, eröffnet wurde. „Wir haben den Vorteil, dass die ältere Generation mit ihrer Lebenserfahrung alles sorgfältig prüft, bevor sie kauft. Die frühzeitige Entwicklung altersgerechter Produkte und Dienstleistungen kann deshalb für die deutsche Wirtschaft Wettbewerbsvorteile und Zukunftschancen bedeuten“, sagte Dr. Hermann Kues zur Eröffnung.

Vorort war auch die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“. Neben einem Informationsstand präsentierte sie unter anderem das von Prof. Gerd Naegele, Institut für Gerontologie der Technischen Universität Dortmund, geleitete Fachpodium zum Thema „Produkte und Dienstleistungen für eine Gesellschaft des langen Lebens“. Neben Dieter Hackler, Leiter der Abteilung „Ältere Menschen“ im Bundesfamilienministerium, und Dr. Eckart Schnabel, Institut für Gerontologie der Technischen Universität Dortmund, referierten Jürgen Nadler, „Stiftung Warentest“, Heike Nordmann, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sowie Andrea Ferger-Heiter, Galeria Kaufhof GmbH, über Verbrauchertests für ältere Menschen, präventiven Verbraucherschutz und Gütesiegel im Einzelhandel.

Als Teil des Besucherstandes des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zur Initiative „Alter schafft Neues“ gab es auf diesem Messestand weitere Informationen zum „Wirtschaftsfaktor Alter“ sowie Exponate der Ausstellung „Universal Design“ des Internationalen Design Zentrums Berlin (IDZ). Die Besucherinnen und Besucher konnten sich generationengerechte Produkte anschauen und ausprobieren, die nicht nur älteren Menschen den Alltag erleichtern können. So beispielsweise einen Kühlschrank mit ausziehbaren Schubfächern, eine ergonomische Gartenschere oder eine leicht zu handhabende Kaffeemaschine. Diesen Teil der Ausstellung hatte das IDZ als Kooperationspartner der Initiative konzipiert.

Eine Besucherin und ein Besucher besichtigen die „Universal Design“-Ausstellung

Oberes Bild: Eine Besucherin und ein Besucher besichtigen die „Universal Design“-Ausstellung
Unteres Bild: In der „Universal Design“-Ausstellung sind unter anderem verschiedene Varianten für Flaschen- und Dosenöffner sowie eine Tee- bzw. Kaffeekanne, die mit einer Hand bedient werden kann, zu sehen. 

In der „Universal Design“-Ausstellung sind unter anderem verschiedene Varianten für Flaschen- und Dosenöffner sowie eine Tee- bzw. Kaffeekanne, die mit einer Hand bedient werden kann, zu sehen.

 

Auf einem, von der Initiative mitgestalteten Bühnenprogramm mit moderierter Expertenfragerunde erläuterte Dr. Thomas Grabowy, Pfizer Deutschland GmbH, wie durch die Einbindung von Patientinnen und Patienten gemeinsam das Gesundheitswesen verbessert werden kann. Alexander Wild, Feierabend Online Dienste für Senioren AG, beschrieb, wie das Internet dazu beitragen kann, dass man auch im Alter mobil und kontaktfreudig bleibt. Und Heike Nordmann, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, erklärte die neue Onlinedatenbank der Zentrale zu haushaltsnahen Dienstleistungen und gab praktische Tipps für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

 

Moderator des Bühnenprogramms, Dr. Helge-Heinz Heinker, im Gespräch mit Heike Nordmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 

Moderator des Bühnenprogramms, Dr. Helge-Heinz Heinker, im Gespräch mit Heike Nordmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Der Deutsche Seniorentag findet alle drei Jahre statt, immer in einem anderen Bundesland. Veranstaltet wird er von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO), unterstützt durch Bund, Land und die jeweilige Austragungsstadt.


Externe Links zum Thema:
Internetseite der BAGSO
Aktuellmeldung des BMFSFJ
Internetseite der Ausstellungsorte von „Universal Design“

 

Für Unternehmen: Brancheninfo

Arbeitskreis Handwerk diskutiert über den „Zukunftsmarkt 50plus“

Ziel des „Arbeitskreises Handwerk“ ist es, in den nächsten zweieinhalb Jahren Maßnahmen zu entwickeln, die kleine Handwerksbetriebe dabei unterstützen, älter werdende Kundinnen und Kunden durch passende Angebote zu gewinnen. „Die Kundengruppe ältere Menschen wächst kontinuierlich; sie stärkt die Binnennachfrage und hilft, Absatz zu sichern. Gerade in Zeiten der Krise beinhaltet die Orientierung auf neue Kundensegmente mit neuen Produkten und Angeboten auch Chancen.“, sagte Joachim Garrecht, Leiter des Handwerksreferats im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, bei seiner Begrüßung.

Unterschiedlichste Themen wurden dabei diskutiert und neue Aufgabengebiete für die weitere Arbeit der Expertinnen und Experten festgelegt. Eine Blitzumfrage des RKW bei den Kammern und Verbänden zeigt zum Beispiel, dass es vor allem im Bereich barrierefreies Bauen viele Angebote gibt. Der Arbeitskreis klärt nun, wo Unternehmen noch Informationsbedarf haben und welche Unterstützung sie benötigen. Anhand dieser Ergebnisse sollen anschließend weitere Maßnahmen erarbeitet werden. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass Konsumentinnen und Konsumenten, die über 50 Jahre sind, eine heterogene Gruppe sind und sich ihre Bedürfnisse mit zunehmendem Alter stark verändern. Trotz dieser Unterschiede gilt aber für alle, dass sie spezielle, stigmatisierende „Senioren-Angebote“ ablehnen. Vielmehr wünschen sie sich Produkte und Services mit einem Plus an Komfort und Bequemlichkeit, von denen die Kundschaft aller Altersgruppen profitieren. Auch diesem Anliegen wird der Arbeitskreis weiter nachgehen: Fragen, wie die älteren Kundengruppen beschrieben werden können oder welches Marketing zum Ziel führt, werden deshalb in der nächsten Zeit in kleinen Arbeitsgruppen diskutiert. Bei der nächsten Sitzung des Arbeitskreises im Spätherbst sollen dann bereits die ersten Ergebnisse präsentiert werden.

Externer Link zum Thema:
Die Dokumentation der ersten Arbeitskreissitzung wird in Kürze auf der Internetseite des RKW unter www.rkw.de online sein.

 

Neue Marktchancen in einer alternden Gesellschaft – neue Untersuchung zum „Design für Alle“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat die Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen, die als betriebswirtschaftliche Strategie das Konzept „Design für Alle“ verfolgen, vom Internationalen Design Zentrum Berlin untersuchen lassen. Unternehmen, die sich am Konzept „Design für Alle" orientieren, weisen neben zufriedenen Kundinnen und Kunden auch wirtschaftliche Vorteile auf. Beispielsweise haben sie produktivere Beschäftigte, wenn sich die Gestaltung der Arbeitsplätze ebenfalls an diesem Konzept ausrichtet. Dies zeigen die Ergebnisse der Untersuchung „Impulse für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung durch Orientierung von Unternehmen und Wirtschaftspolitik am Konzept ‚Design für Alle’“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Dabei wurden die Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen untersucht, die als betriebswirtschaftliche Strategie das Konzept „Design für Alle“ verfolgen. Darunter ist ein Gestaltungskonzept zu verstehen, das die Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen zu berücksichtigen versucht.

„Die Studie ist ein Beitrag zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit. Die 15 vorgestellten Best-Practice-Beispiele zeigen anschaulich, dass das Konzept ‚Design für Alle’ nicht nur Umsatzpotenziale bietet, sondern auch Beschäftigungsmöglichkeiten insbesondere für ältere Menschen. Das Bundeswirtschaftsministerium wird in dieser Frage am Ball bleiben, damit möglichst viele Unternehmen die neuen Marktchancen und Beschäftigungsmöglichkeiten nutzen.“, sagte Hartmut Schauerte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse Mitte Mai im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin.

Die Studie „Design für Alle“ gehört zu den Projekten, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ durchführt. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass noch viel mehr Unternehmen bei der Gestaltung ihrer Produkte „Design für Alle“ berücksichtigen sollten. Dafür soll nun intensiv geworben werden.

Externer Link zum Thema:
Download der Studie auf der Seite des BMWi 

 

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Was sich ältere Menschen wünschen

Laut der aktuellen Studie „Alter und Gesellschaft“der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) findet jeder Zweite über 65-Jährige die Schriftgröße in Büchern, Zeitschriften und Magazinen zu klein. Zudem wird die Verwendung zu vieler Anglizismen kritisiert, wie beispielsweise „Sale“ (Verkauf), „Open“ (offen) oder „Closed“ (geschlossen). Ein großes Problem ist für die älteren Verbraucherinnen und Verbraucher die Verständlichkeit von Bedienungsanleitungen. Neben der Schriftgröße wird besonders die häufige Verwendung von Fremdwörtern und Fachbegriffen bemängelt. Dies gilt auch für Packungsbeilagen von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die der Sicherheit der Patientinnen und Patienten dienen sollen. Hier wünschen sich die Befragten weniger umfangreiche Beilagen und die Hervorhebung von wichtigen Punkten wie Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen.

Mit am häufigsten wurde von den Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmern das Thema Fernsehen genannt. Jeder Dritte klagt darüber, dass zu schnell und oftmals zu undeutlich gesprochen werde. Außerdem sei die Sprache häufig zu leise, während Werbung und Musik zu laut seien. Gleichzeitig seien die Tastaturen von Fernbedienungen – aber auch Handys – zu klein und somit schwer zu bedienen.                                                                          

Zwar stellen sich einige Supermärkte und Kaufhäuser bereits auf die Bedürfnisse älterer Konsumentinnen und Konsumenten ein, doch gibt es scheinbar noch einiges zu tun: Besondere Probleme haben ältere Kundinnen und Kunden dabei, Waren auf zu hohen oder zu niedrigen Regalen zu erreichen. Außerdem wünschen sie sich gut lesbare Hinweisschilder und Produktinformationen. Und nach wie vor wichtig ist ihnen in allen Bereichen die persönliche Beratung.

Externer Link zum Thema:
Die komplette Studie erhalten Sie auf der Internetseite der DAK.

Interview mit Prof. Dr. med. Fritz Beske, Direktor Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel, zur Studie „Alter und Gesellschaft

Welches Umfrageergebnis hat Sie überrascht?
Besonders erstaunt hat uns die deutliche Kritik an den Beipackzetteln von Arzneimitteln. Für die meisten Älteren sind die Beipackzettel nicht verständlich, außerdem ist die Schrift zu klein. Dies hat uns veranlasst, einen konkreten Vorschlag für die Beipackzettel zu machen. Dieser sieht vor, dass die drei wichtigsten Punkte groß, fett und deutlich am Anfang des Zettels beantwortet werden: Wofür dient das Arzneimittel? Wie wird es eingenommen? Wann sollte man zum Arzt gehen?

In welchen Bereichen müsste Ihrer Meinung nach am meisten getan werden und warum?
Vor allem die Medien sollten dringend mehr für die ältere Generation tun. Das Fernsehen ist für viele die wichtigste Informations- und Unterhaltungsquelle, aber wer schlecht sieht oder hört, kommt damit oft nicht mehr zurecht. Dies liegt zum einen an der Sprache – es wird häufig zu schnell und zu wenig akzentuiert gesprochen –, zum anderen am fehlenden Kontrast, der für die Lesbarkeit von Programmhinweisen oder Untertiteln notwendig ist. Eine zu kleine Schrift ist – wie die Studie zeigt – auch bei Printmedien, Büchern, Telefonbüchern oder bei den Warenauszeichnungen im Geschäft eines der größten Probleme für Ältere.

Was sollte die Wirtschaft im Hinblick auf die ältere Generation noch berücksichtigen?
Noch wird in der Wirtschaft zu wenig darüber nachgedacht, was ein älterer Mensch braucht. So werden Ältere zum Beispiel nur Geschäfte aufsuchen, in denen die Waren für sie erreichbar angeordnet sind. Des Weiteren ist alles, was mit Tastaturen zu tun hat, oft nicht altersgerecht – sei es die Fernbedienung, das Handy oder Haushaltsgeräte. Tastaturen sind in der Regel zu klein und es fehlt eine deutliche Beschriftung.

Wie könnte ein generationengerechtes Deutschland in naher Zukunft aussehen?
Angesichts der demografischen Entwicklung wird sich die Wirtschaft künftig auf die ältere Generationen einstellen müssen. Die einzelnen Branchen müssten deshalb schon jetzt gezielt Umfragen in Auftrag geben, um die Bedürfnisse der Älteren zu ermitteln, und ihre Produkte entsprechend anpassen oder neue entwickeln. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Wirtschaft leider erst dann reagiert, wenn der Druck groß genug ist.

Kurz vorgestellt:

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Hilfe und Unternehmen in der Region finden

Ob Kochen, Putzen, kleine Reparaturen, Gartenarbeit, Kinderbetreuung oder die Betreuung von Angehörigen: Die Branche der Dienstleister, die diese Aufgaben für Privatpersonen professionell übernehmen, wächst seit Jahren. Doch wie findet man einen Dienstleister in der Nähe? Im Münsterland und der Emscher-Lippe-Region ist das seit zwei Jahren kein Problem mehr. Denn dort hat sich die IHK dem Problem angenommen und eine onlinebasierte Kooperationsbörse für Dienstleistungen im Haushalt ins Leben gerufen.

Das Besondere an der „KooperationsBörse“ ist, dass sie die Möglichkeit schafft, Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen anzusprechen. Auf der Internetplattform können sich zum einen die Unternehmen mit ihren Angeboten kostenlos registrieren lassen. Die Unternehmen können sich vernetzen, Kooperationen werden ermöglicht. Mittlerweile haben sich knapp 90 Firmen in die Internet-Anbieterdatenbank eingetragen. Zum anderen findet hier die potenzielle Kundschaft – wie Familien oder Seniorinnen und Senioren – Unternehmen aus der Nähe, die eine Lösung für alle Alltagsprobleme rund um ihr Zuhause anbieten.

Die gut 1.000 Zugriffe pro Monat zeigen, wie wichtig es ist, aufzulisten, welche Angebote auf dem regionalen Markt zur Verfügung stehen. Des Weiteren initiiert die IHK spezielle Branchentreffs für Unternehmen des Dienstleistungsbereichs. Was sich hinter diesen Aktivitäten verbirgt, lesen Sie im folgenden Interview.

Externe Links zum Thema:
Internetseite der IHK Nord-Westfalen
Internetseite der „KooperationsBörse“

Im Interview mit Dr. Christoph Asmacher, stellvertretender Geschäftsführer der IHK Nord-Westfalen, zum Engagement der IHK im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen

Wie entstand die Idee, eine Kooperationsbörse für Dienstleistungen im Haushalt zu gründen?
Viele der mehr als 3.000 gewerblichen Haushaltsdienstleister in unserer Region kennen sich nicht. Es handelt sich um eine recht junge Branche. Neben den regelmäßigen Treffen in der IHK ermöglicht es die elektronische Börse, die Branchenkollegen und -kolleginnen systematisch mit ihrem Leistungsprofil besser kennenzulernen und eine mögliche Zusammenarbeit zu fördern. Im besten Fall können so „Angebote aus einer Hand“ für die Verbraucherinnen und Verbraucher zusammenstellt werden. Die Kooperationsbörse ist deshalb auch für Privatpersonen im Internet einsehbar. Hier kann man für die Region Nord-Westfalen seinen passenden Dienstleister finden.

Wie wird sich die Kooperationsbörse Ihrer Meinung nach weiterentwickeln?
Wir hoffen, dass sich noch viele weitere Betriebe und leistungsfähige Personen unserer Initiative anschließen werden. Bisher sind wir schon sehr zufrieden. Aber jeder weitere Mitstreiter und jede Mitstreiterin stärkt unzweifelhaft unsere Initiative „Haushalts-Services“ und das Netzwerk von leistungsstarken haushaltsnahen Dienstleistern in Nord-Westfalen. Ich bin zuversichtlich, dass zukünftig noch zahlreiche Service-Betriebe die Gelegenheit nutzen werden, sich kostenlos in unsere Anbieterdatenbank einzutragen. Schließlich ist es immer wichtig bekannt zu sein, wenn man am Markt erfolgreich sein möchte.

Seit 2006 veranstaltet die IHK Nord-Westfalen regelmäßig Branchentreffs zum Thema haushaltsnahe Dienstleitungen. Welche Idee steckt dahinter?
Untersuchungen zeigen, dass durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft und veränderte Familienstrukturen der Bedarf an haushaltsorientierten Dienstleistungen stark zunehmen wird. Dafür brauchen die älteren Menschen leistungsfähige Unterstützung, um ihren Alltag bewältigen zu können. Und auch Familien brauchen in Zukunft noch mehr Hilfe zu Hause. Unbedingte Voraussetzung hierfür ist, dass Haushalts-Service-Firmen bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern bekannt sind, es noch mehr Angebote aus einer Hand gibt und zahlreiche gravierende Markthemmnisse beseitigt werden. Hier setzen wir mit unseren Branchentreffs an. Wir wollen die Branche sichtbar machen, Erfahrungsaustausch und Kooperationen fördern, auf Marktbarrieren hinweisen und Vorschläge erarbeiten. Ziel ist es, den zukunftswichtigen Markt „haushaltsnahe Dienstleistungen“ zusammen mit den Betrieben zu entwickeln und seine Dynamik zu fördern.

Hinweis: Online-Umfrage

„Junge“ Unternehmerinnen und Unternehmer im Rentenalter?

Der Online-Fragebogen ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Initiator der Befragung ist das RKW Kompetenzzentrum, das eine Studie zum Thema „Ältere Gründer“ durchführt. Diese Studie ist Teil der Bundesinitiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, was mehr Ältere motivieren könnte, ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen. Dazu gehört auch, dass die Gesellschaft ältere Existenzgründer als selbstverständlich ansieht und sie entsprechend wertschätzt.

Link zur Online-Befragung: www.wirtschaftsfaktor-alter.de/gruenderumfrage

Externer Link zum Thema:
Internetseite des RKW-Kompetenzzentrums: www.rkw.de