Inhaltsverzeichnis

Über die Initiative

Vorreiter Niedersachsen bringt Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen heraus

Niedersächsische Einzelhändler können sich zukünftig als generationenfreundlich auszeichnen lassen. Mitte November fiel der Startschuss für das „Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen“. Wer dahintersteckt und nach welchen Kriterien ausgezeichnet wird, lesen Sie hier. (weiter)

„Der Handel braucht ein Qualitätszeichen, das Generationenfreundlichkeit auszeichnet“

Im Frühjahr 2010 bringt der Handelsverband Deutschland (HDE) gemeinsam mit Partnern wie „Wirtschaftsfaktor Alter“ ein Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen heraus. Im Interview dazu Monika Dürrer, Geschäftsführerin beim HDE, der rund 100.000 Einzelhändler unter seinem Dach vereint. (weiter)

Tourismus für alle

Beim ersten Treffen des Arbeitskreises Tourismus diskutierten 20 Expertinnen und Experten touristische Angebote für die Zielgruppe 50plus. Die Ergebnisse können Sie hier nachlesen. (weiter)

Für Verbraucherinnen und Verbraucher: Das Alterseinkünftegesetz und Sicherheit beim Autofahren

Das Alterseinkünftegesetz: Was Sie wissen sollten und wo Sie einen kostenlosen Steuercheck machen können

Wer muss eine Steuererklärung machen und wer nicht? Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf die persönlichen Finanzen, welche Freibeträge können genutzt werden und was passiert, wenn bisher keine Steuererklärung abgegeben worden ist? Wo Sie Antworten auf Ihre Fragen erhalten und einen kostenlosen Steuercheck machen können, erfahren Sie hier. (weiter)

„Sicherheit geht über alles“

Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr, empfiehlt nicht nur den Check des Autos, sondern auch die Überprüfung der eigenen Fahrsicherheit – gerade vor dem Winter. (weiter)

Für Unternehmen: Universal Design

„Universal Design ist ein ökonomischer Faktor“

Interview mit Cornelia Horsch, Leiterin des Internationalen Design Zentrums Berlin (IDZ Berlin) und Expertin zum Thema Universal Design. (weiter)

Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Design für Alle“

Praxisbeispiele und Vernetzung stehen im Fokus der am 3. November gestarteten Reihe „Design für alle“. (weiter)

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Japans Bevölkerung ist die älteste der Welt. Das wissen auch japanische Unternehmen, die sich bereits seit Jahren auf den Gesellschafts- und Konsumwandel in ihrem Land einstellen. Von Robotern und ganzen Einkaufsstraßen für ältere Menschen lesen Sie hier. (weiter)

Veranstaltungshinweise

Ausstellung: Die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ macht vom 28. November 2009 bis 14. Januar 2010 in Stuttgart halt (Baden-Württemberg)

Die Wanderausstellung des Internationalen Design Zentrums (IDZ) zeigt generationengerechte Produkte und Konzepte im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. In der Zeit vom 28. November 2009 bis zum 14. Januar 2010 können sich Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Verbraucherinnen und Verbraucher über Universal-Design-Produkte informieren. (weiter)

Kongress: Dritter Deutscher AAL-Kongress Assistenzsysteme im Dienste des Menschen – zuhause und unterwegs (Berlin)

Am 26. und 27. Januar 2010 findet zum dritten Mal der Deutsche „Ambient Assisted Living“-Kongress statt. Thema des diesjährigen Kongresses ist „Assistenzsysteme im Dienste des Menschen – zuhause und unterwegs“. An dem in Berlin stattfindenden Kongress ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) beteiligt. (weiter) 

Ausschreibung: Der Publizistikpreis Senioren wird 2010 zum sechsten Mal verliehen.

Die Feierabend AG und das Meyer-Hentschel Institut ehren 2010 zum sechsten Mal herausragende journalistische Arbeiten, die sich mit älteren Menschen im 21. Jahrhundert beschäftigen. Die Anmeldung ist noch bis zum 2. Februar 2010 möglich. (weiter)

Vortrag: „Generation 50plus – Wirtschaftsfaktor für die Bauwirtschaft“

Wie mittelständische Bauunternehmen die Chancen des demografischen Wandels nutzen können, zeigt der Vortrag des RKW Kompetenzzentrums auf der Messe bautec in Berlin. (weiter)

Fachveranstaltung: Zweites Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“

Vormerken: Zum zweiten Mal veranstaltet die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ ein Fachforum in Berlin. (weiter) 

Inhalt

Über die Initiative

Vorreiter Niedersachsen bringt Qualitätszeichen für generationenfreundliches Einkaufen heraus

„Ausgezeichnet Generationenfreundlich“ wird schon bald an den Fensterscheiben einiger niedersächsischer Einzelhandelsgeschäfte zu lesen sein. Denn seit Mitte November 2009 gibt es das „Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen“, mit dem Geschäfte und Läden ausgezeichnet werden, die auf Generationenfreundlichkeit setzen. Das Projekt wurde von der Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) gemeinsam mit dem Niedersächsischen Sozialministerium, dem Einzelhandelsverband Niedersachsen und dem Landesseniorenrat entwickelt. Getragen wird es zudem vom „Handelsverband Deutschland (HDE) – Der Einzelhandel“ und der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“. „Solche Projekte haben eine regionale Sogwirkung. Unsere Zielsetzung ist es, Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen und das Projekt zum Selbstläufer zu machen“, sagt Delia Balzer, Koordinatorin der LINGA.

Bewerben können sich nicht nur klassische Einzelhändler, sondern auch handelsnahe Unternehmen wie Bäcker, Optiker und Friseure. Insgesamt 60 Kriterien werden durch eigens geschulte Testpersonen geprüft. Neben Aspekten wie Leistungsangebote, Zugangsmöglichkeiten und Ausstattung der Geschäftsräume werden auch Serviceleistungen bewertet. Das heißt: Die Testpersonen schildern ein Problem, reklamieren etwas oder fragen nach den Toiletten. Werden die Kriterien erfüllt, erhält das Geschäft ein Zertifikat, das zwei Jahre lang gültig ist. Sollten Einzelhandelsgeschäfte die Zertifizierung nicht erhalten, können sie sich bei der LINGA über zusätzliche Beratungs- und Qualifizierungsangebote informieren.

Neun Städte und Gemeinden haben bereits ihre Absicht erklärt, das Qualitätszeichen einzuführen. „Wir haben schon einige Anfragen von Unternehmen aus Niedersachsen erhalten. Das zeigt: das Interesse für das Qualitätszeichen ist da“, sagt Delia Balzer. Im Dezember beginnen die ersten Schulungen für die ehrenamtlichen Testpersonen. Ein professioneller Verkaufstrainer, der früher den Einzelhandel beraten hat, erklärt, worauf zu achten ist.

Nach einer ersten Testphase werden die Ergebnisse aus Niedersachsen ausgewertet. Denn schon ab Frühjahr 2010 wird es das Qualitätszeichen bundesweit geben. Lesen Sie hierzu das Interview mit Monika Dürrer, Geschäftsführerin beim HDE.

„Der Handel braucht ein Qualitätszeichen, das Generationenfreundlichkeit auszeichnet“

Interview mit Monika Dürrer, Geschäftsführerin beim „Handelsverband Deutschland (HDE) – Der Einzelhandel“, der rund 100.000 Einzelhändler unter seinem Dach vereint.

Was hat den HDE veranlasst, gemeinsam mit Partnern wie „Wirtschaftsfaktor Alter“ das „Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen“ zu entwickeln?

Jeder von uns ist fast täglich mit dem Handel konfrontiert. Die Branche ist daher früher als viele andere in der Lage, gesellschaftliche Trends zu erkennen und darauf zu reagieren. Wir als Handelsverband Deutschland beschäftigen uns schon seit einigen Jahren mit dem demografischen Wandel. Daher wollen wir jetzt mit dem „Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen“ ein klares Signal setzen und den gesamten Handel fit für die Zukunft machen. Bei der Entwicklung des Qualitätszeichens haben wir festgestellt, dass die Bedürfnisse von älteren, jüngeren, aber auch beeinträchtigten Menschen häufig sehr ähnlich sind. Deshalb brauchen wir ein Qualitätszeichen, das Generationenfreundlichkeit auszeichnet und flächendeckend für einen fortschrittlichen Handel steht.

Wie profitieren die Einzelhandelsgeschäfte von der Auszeichnung mit dem Qualitätszeichen?

Das Qualitätszeichen ist ein sichtbares Zeichen nach außen, das signalisiert: Hier hat sich jemand generationenübergreifend auf seine Kundschaft eingestellt. Und es ist natürlich ein Wettbewerbsvorteil, mit dem sich Geschäfte im Markt positionieren können. Es gilt ganz klar: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Außerdem ist es uns wichtig, dass sich die Kundinnen und Kunden an einem bundesweiten Zeichen orientieren können und wissen, was sich dahinter verbirgt.

Wer kann sich bewerben und wo?

Der HDE wird die Aktion über das Netzwerk seiner bundesweiten Landes- und Regionalverbände steuern und begleiten. Die Unternehmen vor Ort erhalten daher alle wichtigen Informationen von ihrem Verband in der Region. Ob ein Geschäft schon fit für das Zertifikat und hinreichend generationenfreundlich aufgestellt ist, kann man demnächst auf unserer Internetseite testen. Außerdem stellen wir dort Informationen zum Thema und zum Qualitätszeichen zur Verfügung.

Wie werden Einzelhandelsgeschäfte geprüft?

Wir möchten gemischte Testergruppen losschicken. Das können Eltern mit Kinderwagen, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen im Rollstuhl oder mit Gehhilfen sein. Alle sind hier angesprochen mitzuhelfen. Unsere Verbände koordinieren Schulungen und Termine der Testgruppen. Die Testpersonen prüfen die Geschäfte nach einem 60 Kriterien umfassenden Fragebogen. Die ausgefüllten Fragebögen werden dann an neutraler Stelle ausgewertet.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.einzelhandel.de

Tourismus für alle

Im Oktober 2009 traf sich erstmals der Arbeitskreis Tourismus, den das Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) eingerichtet hat. Im Zentrum der Diskussion standen ganzheitliche touristische Angebote für die Zielgruppe 50plus. Die gut 20 Expertinnen und Experten aus Verbänden, Politik, Wissenschaft und Praxis waren sich einig, dass für diese Zielgruppe spezielle Angebote notwendig seien. Zwar folgten bereits bestehende Angebote hohen Standards, doch orientiere man sich bisher fast ausschließlich an mobilitätseingeschränkten Reisenden. Zu wenig stelle sich die Branche aber auf ältere Gäste ohne Behinderung ein, die vor allem einen umfassenden Service erwarten. Ein weiteres Thema waren die Lücken in der Servicekette des Tourismus, beispielsweise bei öffentlichen Verkehrsmitteln. Beide Themen will der Arbeitskreis Tourismus weiter bearbeiten. Tourismus wird auch eines der Themen des zweiten Fachforums am 28. April 2010 in Berlin sein.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ulrike Heitzer-Priem, Stabsbereich Kommunikation beim RKW (E-Mail-Adresse: heitzer(at)rkw.de), oder unter: www.wirtschaftsfaktor-alter.de/wa/fuer-unternehmen/brancheninfo/tourismus/show/markterschliessung-fuer-tourismus-unternehmen/detail.html

Für Verbraucherinnen und Verbraucher: Alterseinkünftegesetz

Das Alterseinkünftegesetz: Was Sie wissen sollten und wo Sie einen kostenlosen Steuercheck machen können

Aufgrund der neuen Steuerregeln für Renteneinnahmen und die durch die Finanzverwaltung drohenden Steuerkontrollen herrscht bei vielen Rentnerinnen und Rentnern große Unsicherheit. „In unseren bundesweit über 2.800 Beratungsstellen bekommen wir hierzu sehr viele Nachfragen von Rentnerinnen und Rentnern“, sagt Jörg Strötzel, der Vorstandsvorsitzende der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH). Informationsbedarf bestehe vor allem bei Fragen danach, wer eine Einkommensteuererklärung machen muss, welche Freibeträge genutzt werden können und was passiert, wenn bisher keine Steuererklärung abgegeben worden ist.

Deshalb bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) gemeinsam mit dem „Renten Service“ der Deutschen Post eine Beratung im Internet an (siehe Link zu Steuercheck). Die fachliche Beratung findet in Zusammenarbeit mit der Vereinigten Lohnsteuerhilfe e.V. statt.

Auf Wunsch bietet die VLH Vorträge zu dem Thema für Senioren- und Sozialverbände an. Zudem können sich Rentnerinnen und Rentner auch privat bei der VLH beraten lassen. Bei einer Mitgliedschaft können sie sich außerdem ihre Einkommensteuererklärung von der VLH erstellen lassen.


Kurz & knapp: Das Alterseinkünftegesetz

Das Alterseinkünftegesetz ist bereits 2005 in Kraft getreten und gilt rückwirkend. Das Gesetz legt fest, dass die Bezüge von Rentnerinnen und Rentnern nach und nach steuerpflichtig werden – ausgehend von 50 Prozent im Jahr 2005, wächst der Prozentsatz des zu versteuernden Renteneinkommens jedes Jahr um zwei Prozent. Im Gegenzug werden Erwerbstätige, die in die Altersvorsorge einzahlen, hierfür schrittweise von der Einkommensteuer freigestellt.

Den Steuercheck finden Sie unter: www.bagso.de/steuern.html
Weitere Informationen zum Alterseinkünftegesetz finden Sie unter: www.bundesfinanzministerium.de
Spezielle Informationen für Rentnerinnen und Rentner gibt es zudem auf der Internetseite der VLH: www.vlh.de

Für Verbraucherinnen und Verbraucher: Sicherheit beim Autofahren

„Sicherheit geht über alles“

Interview mit Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr.

Welchen Check braucht das Auto vor dem Winter?

Auf winterlichen Straßen haben Fahrzeuge ohne Winterreifen nichts mehr verloren. Außerdem müssen der Kühlerfrostschutz und der Frostschutz in der Scheibenwaschanlage kontrolliert werden. Zu einem ausgiebigen Wintercheck gehören außerdem ein Fensterputz – vor allem innen –, eine Überprüfung der Wischblätter und die Kontrolle der Beleuchtung und der Batterie.    

Worauf sollten ältere Autofahrerinnen und Autofahrer achten, bevor sie im Winter in den Wagen steigen?

Für Seniorinnen und Senioren gilt im Prinzip das Gleiche wie für alle anderen auch: Sicherheit geht über alles. Dazu gehört, dass das Auto „winterfit“ ist. Kratzer, Schneebesen, Abdeckfolie für die Windschutzscheibe und Enteisungsspray gehören in jedes Auto. Wer längere Fahrten plant, sollte eine warme Decke, Handschuhe und Getränke einpacken. Aufgrund der im Winter häufig sehr tief stehenden Sonne sollte eine Sonnenbrille zur Standardausrüstung gehören. Auf jeden Fall auch über die Verkehrssituation informieren. Bei Frost alle Scheiben frei kratzen, gerade in der dunklen Jahreszeit ist eine optimale Rundumsicht unverzichtbar. 

Bei welchen Anzeichen empfiehlt es sich, die eigene Fahrtüchtigkeit überprüfen zu lassen?

Seniorinnen und Senioren verursachen wesentlich seltener Unfälle, als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung entspricht. Die heutige Generation der älteren Autofahrerinnen und Autofahrer ist von einer lebenslangen Fahrpraxis und einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Fahrzeug geprägt. Altersbedingte Leistungseinbußen wie abnehmende Sehkraft, Nachlassen der Beweglichkeit und der Reaktionsfähigkeit können größtenteils durch Erfahrung, Besonnenheit und Ruhe kompensiert werden. Dennoch empfiehlt der ADAC allen Älteren, sich freiwillig regelmäßig ärztlich untersuchen zu lassen. Dies gilt vor allem für das Sehvermögen, das mit zunehmendem Alter schleichend und oftmals unbemerkt nachlässt.

Wie können Ältere, die sich nicht mehr fit genug fürs Steuer fühlen, ihre Kenntnisse auffrischen?

Zahlreiche ADAC-Regionalclubs bieten günstige Fahrfitness-Checks an. Dabei wird eine Fahrprobe im eigenen Pkw und in der gewohnten Umgebung in Begleitung eines ADAC-Moderators absolviert. Beobachtet dieser gravierende Leistungseinschränkungen, werden weitere Maßnahmen besprochen. Eine Meldung an Behörden ist jedoch ausgeschlossen. Zudem bietet der ADAC bundesweit in seinen Fahrsicherheitszentren spezielle Trainings für Ältere an.

Für Unternehmen: Universal Design

„Universal Design ist ein ökonomischer Faktor“

Cornelia Horsch, Leiterin des Internationalen Design Zentrums Berlin (IDZ Berlin) im Interview zum Thema Universal Design.

Das IDZ widmet sich im Hinblick auf neue Technologien und Design den Anforderungen internationaler Märkte. Was heißt das genau?

Der demografische Wandel ist für alle Industrienationen weltweit ein hochaktuelles Thema. Diesem widmen wir uns über Universal Design. Unternehmen, die es schaffen, neue Technologien und Design zu verknüpfen, haben mehr Erfolg am Markt. Und dabei geht es nicht nur um eine schicke Hülle, sondern auch um Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit. Die Schnittstelle zwischen Technik und Nutzer muss funktionieren. So kann beispielsweise ein Handy viele Funktionen bieten, doch wenn die Bedienung zu kompliziert ist, werden diese nicht genutzt. Produkte müssen sich den Nutzerinnen und Nutzern selbsterklärend erschließen. Jedoch sind spezielle Seniorenprodukte oftmals unattraktiv. Ältere Menschen wollen keine Produkte, die sie als Seniorinnen und Senioren stigmatisieren, sondern solche, die einfach gut gestaltet sind, zum Beispiel nach den Kriterien von Universal Design.

Wie arbeiten Sie beim IDZ mit dem Thema Universal Design?

Eines unserer Projekte ist die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“, die wir konzipiert und umgesetzt haben und die sich ständig weiterentwickelt. Diese Ausstellung wandert seit 2009 durch Deutschland und zeigt Produkte des alltäglichen Lebens, die das Konzept von Universal Design verdeutlichen. So wird beispielsweise eine Salatschleuder gezeigt, die mit einer Hand bedient werden kann. Oder eine Glaskeramikkochstelle, bei der die vier Herdplatten nicht hintereinander, sondern nebeneinander angeordnet und damit zugänglicher sind. Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit dem TÜV Nord ein Qualitätszeichen für Konsumgüter entwickelt, das seit diesem Jahr vom TÜV vertrieben wird. Außerdem bauen wir ein Kompetenznetzwerk Universal Design auf. Ziel ist es, alle Akteure miteinander zu vernetzen, die auf diesem Feld arbeiten.

Haben Sie Unternehmen zum Thema Universal Design befragt?

Ja, wir haben dieses Jahr in einer qualitativen Forschungsarbeit die Frage gestellt, ob sich Universal Design für Unternehmen lohnt. Dafür wurden 15 deutsche Unternehmen befragt. Diese Arbeit war sehr aufschlussreich und zeigte, dass es sich auszahlt, wenn Unternehmen ihre Produkte nicht nur ästhetisch, sondern hinsichtlich der Bedienung auch generationenübergreifend gestalten. So konnte zum Beispiel ein Supermarkt nach Umsetzung eines generationenfreundlichen Servicekonzeptes seinen Umsatz deutlich steigern und 17 Prozent mehr Kundinnen und Kunden gewinnen.

Das IDZ berät auch Unternehmen. Welche Zukunftschancen bietet Universal Design für die Wirtschaft?

Produkte nach den Kriterien von Universal Design, also generationengerecht zu gestalten ist ein klarer ökonomischer Wettbewerbsvorteil. In Deutschland leben immer mehr ältere Menschen. Für die Wirtschaft ist das eine extrem interessante Zielgruppe. Schon heute wird jeder zweite Euro von über 50-Jährigen ausgegeben. Diese Kundengruppe ist nicht nur sehr gesund und aktiv, sondern auch anspruchsvoll, kritisch und konsumerfahren. Gleichzeitig ist es eine sehr treue Kundschaft, die Qualität und Service bevorzugt und bereit ist, dafür auch mehr Geld auszugeben. Doch nicht nur die älteren Kundinnen und Kunden, sondern auch die älter werdenden Beschäftigten und die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze sind wichtige Themen für Unternehmen. Zukunftsweisend sind gut gestaltete, nutzerfreundliche Produkte und Arbeitsplätze, die ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen und unnötige Belastungen vermeiden helfen.

Wo und wie finden Verbraucherinnen und Verbraucher Produkte, die dem Universal Design entsprechen?

Es gibt gute Produkte im Handel, jedoch sind diese nicht auf Anhieb für Verbraucherinnen und Verbraucher erkennbar. An dieser Stelle sind fachkundige Beratung durch geschultes Verkaufspersonal und stimmige Shopkonzepte wünschenswert. Einige sehr gute Produkte sind bislang nur im Internet auf verschiedenen Websites erhältlich. Eine zentrale Stelle oder eine Internetplattform, auf der man sich über ein breites Angebot an generationengerechten Alltagsgegenständen informieren und diese Produkte auch kaufen kann, gibt es bislang leider nicht.

 

Kurz und knapp: Was ist Universal Design?

Universal Design bedeutet übersetzt Design für alle. Ungeachtet der individuellen Fähigkeiten, des Alters oder Geschlechts hat Universal Design zum Ziel, die Lebensräume so zu gestalten, dass sie für möglichst viele Menschen zugänglich und nutzbar sind. Dieser am Menschen orientierte Gestaltungsanspruch bezieht sich sowohl auf Lebensräume wie Gebäude und öffentliche Plätze als auch auf Technologien, Produkte und Dienstleistungen. Neben Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit spielt die ästhetische Gestaltung, also das Design eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.idz.de

Auftakt zur Veranstaltungsreihe „Design für Alle“

„Design für Alle“ ist ein Gestaltungskonzept für Produkte, Dienstleistungen und Lebensräume, das möglichst vielen Menschen Lebensqualität und Teilhabe ermöglicht. Für Unternehmen eröffnet es Chancen, sich von Wettbewerbern abzuheben und neue Kundengruppen zu erschließen. Praxisbeispiele und die Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik innerhalb einer Region stehen im Zentrum der Veranstaltungsreihe „Design für Alle – Nutzen Sie Ihre Chance“. Die Vorträge der Auftaktveranstaltung in Mannheim vom 3. November 2009 können Sie hier nachlesen:
http://www.rkw.de/RKW/01_forschung/Handel_u_DL/Design_fuer_Alle/index.html

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Japans Bevölkerung ist die älteste der Welt. Von den insgesamt 127 Millionen Japanerinnen und Japanern sind mehr als 20 Prozent 65 Jahre und älter. Bis zum Jahr 2015 wird Prognosen zufolge bereits ein Viertel aller Japanerinnen und Japaner über 65 Jahre alt sein, bis zum Jahr 2025 bereits jeder Dritte.

Kein Wunder also, dass man sich in Japan schon länger mit dem demografischen Wandel beschäftigt und somit auch die Wirtschaft auf diesem Feld eine internationale Vorreiterrolle einnimmt. Ob Roboter für die Altenpflege oder benutzerfreundliche Handys, immer mehr japanische Unternehmen stellen sich mit innovativen Produkten auf den wachsenden Markt ein. So beispielsweise eine große japanische Supermarktkette, die nach der Auswertung von Studien über das Kaufverhalten ihrer älteren Kundschaft ein eigenes Geschäftskonzept entwickelt hat. Seither betreibt sie neben ihren bisherigen Filialen auch eine Ladenkette, die sich speziell an den Bedürfnissen Älterer ausrichtet. Diese Geschäfte sind nicht nur anders gestaltet, sondern bieten auch zusätzliche Produkte in anderen Verpackungseinheiten – denn wie die Studien zeigen, kaufen ältere Kundinnen und Kunden eher kleinere Mengen als Großpackungen ein. Mittlerweile betreibt das Unternehmen rund 1.000 dieser Filialen. Eine ganze Einkaufsstraße, die den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht wird, findet man in Tokio. Auf 780 Metern gibt es diverse Einkaufsmöglichkeiten für die in Japan sogenannten Silberköpfe. Selbst eine internationale Hamburger-Kette bietet hier extraweiche Brötchen an.

Veranstaltungshinweise

Ausstellung: Die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ macht in Stuttgart vom 28. November 2009 bis 14. Januar 2010 halt. (Baden-Württemberg)

Universal Design zum Anfassen und Erleben: Das bietet die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ des Internationalen Design Zentrums (IDZ). Vom 28. November bis zum 14. Januar 2010 ist die Ausstellung im Haus der Wirtschaft in Stuttgart zu sehen. Über 50 Produkte aus Bereichen des alltäglichen Lebens wie beispielsweise Küche, Badezimmer, Wohnzimmer und Garten können von den Besucherinnen und Besuchern ausprobiert und erlebt werden.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.idz.de

Kongress: Dritter Deutscher AAL-Kongress Assistenzsysteme im Dienste des Menschen – zuhause und unterwegs (Berlin)

„Assistenzsysteme im Dienste des Menschen – zuhause und unterwegs“ lautet das Thema des dritten Deutschen „Ambient Assisted Living“-Kongresses. Dieser findet am 26. und 27. Januar 2010 in Berlin statt. Das Forschungs- und Anwendungsgebiet Ambient Assisted Living (AAL) nutzt dabei Komponenten aus Elektronik, Mikrosystem- und Informationstechnik in Kombination mit Dienstleistungsangeboten, um Menschen in ihrer individuellen Lebenswelt zu unterstützen. Neben Lösungen für das häusliche Umfeld soll eine Ausweitung der Ansätze auf die gesamte Lebenswelt der Nutzerinnen und Nutzer in den Fokus des Kongresses rücken. Vorgestellt werden innovative Technologien, beispielsweise zur Sturzprophylaxe und Mobilitätsunterstützung. Neben der Darstellung bereits in der Praxis befindlicher Lösungen werden außerdem Konzepte und Probleme bei der Umsetzung thematisiert. Durchgeführt wird der Kongress gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE).
Weitere Informationen finden Sie unter: www.aal-kongress.de

Ausschreibung: Der Publizistikpreis Senioren wird 2010 zum sechsten Mal verliehen.

Zum sechsten Mal vergeben die Feierabend AG und das Meyer-Hentschel Institut den „Journalistenpreis Senioren“. Hiermit werden besondere journalistische Arbeiten geehrt, die sich mit älteren Menschen im 21. Jahrhundert beschäftigen. Dies können Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendungen, Multimedia-Angeboten und Onlinemedien sein. Die beiden ausschreibenden Organisationen, die Frankfurter Feierabend AG und das Saarbrücker Meyer-Hentschel Institut, engagieren sich schon seit vielen Jahren für die Interessen älterer Menschen. Für den mit 3.000 Euro dotierten Preis können Arbeiten aus dem Jahr 2009 bis zum 2. Februar 2010 eingereicht werden.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: www.lifepr.de/pressemeldungen/meyer-hentschel-institut/boxid-128975.html

Vortrag: „Generation 50plus – Wirtschaftsfaktor für die Bauwirtschaft“

Unter dem Titel „Generation 50plus – Wirtschaftsfaktor für die Bauwirtschaft“ stellt das RKW Kompetenzzentrum am 19. Februar 2010 von 10 bis 13 Uhr auf der Messe bautec in Berlin Lösungsansätze zur Fachkräftesicherung und für die Erschließung neuer Märkte vor. Sie sollen mittelständischen Bauunternehmen dabei helfen, die Chancen des demografischen Wandels in Alleinstellungsmerkmale zu übersetzen.
Weitere Informationen, die Möglichkeit zur Anmeldung sowie das Programm erhalten Sie per E-Mail an juschkus(at)rkw.de.

Fachveranstaltung: Zweites Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“

Am 28. April 2010 findet in Berlin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie das zweite Fachforum der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ statt. Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktiker stellen Strategien und Lösungen vor, wie Unternehmen die Chancen einer älter werdenden Gesellschaft nutzen und die Kundengruppe 50plus erschließen können. Bitte merken Sie sich den Termin schon jetzt vor.
Weitere Informationen finden Sie in Kürze unter: www.wirtschaftsfaktor-alter.de

Die Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr 2010.