Inhaltsverzeichnis

Über die Initiative

Neues Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ zeichnet Einzelhändler aus

Ab April können sich Einzelhändler in ganz Deutschland mit dem „Qualitätszeichen generationenfreundliches Einkaufen“ auszeichnen lassen. Wer das Qualitätszeichen nach welchen Kriterien vergibt und wie man sich bewerben kann, lesen Sie hier. (weiter)

Mit dem Qualitätszeichen Kundschaft gewinnen und binden

Das Warenhausunternehmen Galeria Kaufhof ist das erste Einzelhandelsunternehmen, das durch das bundesweite Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet wurde. Im Interview erklärt Andrea Ferger-Heiter, Demografiebeauftragte der Galeria Kaufhof, wie das Unternehmen Generationenfreundlichkeit umsetzt und welche Chancen das Qualitätszeichen dem Einzelhandel bietet. (weiter)

Fachveranstaltung: Zweites Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“

Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr findet am 29. April 2010 das zweite Fachforum der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ in Berlin statt. Im Zentrum stehen Strategien und gute Beispiele für die Bereiche Produktentwicklung, Marketing und Service. Mehr dazu erfahren Sie hier. (weiter)

Chancen für das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft

Auch die Baubranche und das verarbeitende Gewerbe sind von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen. Deshalb hat sich nun erstmals der Arbeitskreis „Verarbeitendes Gewerbe und Bau“ des Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e.V. (RKW) getroffen. Im Fokus stehen die Themen Produktanpassung und „Ambient Assisted Living“. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier. (weiter)

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Neue Lösungen für mehr Lebensqualität im Alter

Die Initiative „Deutschland – Land des langen Lebens“ will wirtschaftliche Chancen des demografischen Wandels aufzeigen. Koordinatorin der Initiative ist die „Gesundheitsstadt Berlin“, ein Netzwerk aus Unternehmen, Krankenhäusern und Privatpersonen. Näheres dazu lesen Sie hier. (weiter)

Internet-Patenschaftsprojekt für ältere Menschen gestartet

Wer gerne das Internet nutzen möchte, aber nicht so recht weiß, wie es funktioniert und worauf er achten sollte, findet Unterstützung bei der Initiative „Internet erfahren“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Um speziell auch ältere Interessierte bei den ersten Schritten im Netz zu unterstützen, kooperiert die Initiative jetzt mit der Senioren-Plattform www.feierabend.de. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier. (weiter)

Für Unternehmen

„Der demografische Wandel ist ein Motor für Innovationen“

Interview mit Mathias Knigge zum Thema ältere Zielgruppen. Der Inhaber von „grauwert – Büro für demografiefeste Produkte und Dienstleistungen“ erläutert, welche Kriterien bei generationengerechten Produkten zu beachten sind und warum es so wichtig ist, ältere Kundinnen und Kunden in die Produktentwicklung einzubeziehen. (weiter)

Neuer Praxisleitfaden „Potenziale nutzen – die Kundengruppe 50plus“

Wie unterschiedlich ältere Kundinnen und Kunden sind und was Unternehmen tun können, um sich besser auf diese wachsende Zielgruppe einzustellen, zeigt der neue Praxisleitfaden „Potenziale nutzen – die Kundengruppe 50plus“. (weiter)

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Wie viele Mitglieder die größte und nach eigenen Angaben auch älteste Seniorenorganisation der Welt hat und welche amerikanische Internetgemeinde sich speziell auf die Schulung von älteren Menschen eingestellt hat, lesen Sie hier. (weiter)

Veranstaltungshinweise

Auszeichnung: Internationaler Preis für altersgerechte Personalpolitik 2010

Bereits zum dritten Mal wird der internationale Arbeitgeberpreis für altersgerechte Personalpolitik von der amerikanischen Seniorenorganisation AARP an insgesamt zehn Unternehmen aus der ganzen Welt vergeben. Bewerbungsschluss ist der 24. April 2010. (weiter)

Informationsveranstaltung: Die Zukunft des Wohnens und Bauens (Münster/Westfalen)

Wie sieht das Bauen und Wohnen der Zukunft aus? Welche Chancen bietet das Konzept „Design für alle“ für die Branche? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Veranstaltung „Wohnen heute“ am 31. Mai 2010 in Münster/Westfalen. Mehr dazu lesen Sie hier. (weiter)

Kongress „Potentiale älterer Arbeitnehmer“ der Robert Bosch Stiftung (Stuttgart)

Wie werden Unternehmen und Betriebe der Herausforderung gerecht, die Potentiale älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu nutzen? Diese und weitere Fragen sind Thema des Kongresses „Potentiale älterer Arbeitnehmer“ der Robert Bosch Stiftung am 24. März 2010 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart. (weiter)

World Ageing & Generations Congress 2010 (St. Gallen, Schweiz)

Aktuelle demografische Herausforderungen werden vom 25. bis 28. August 2010 auf dem World Ageing & Generations Congress in der Universität St. Gallen diskutiert. (weiter)

Inhalt

Über die Initiative

Neues Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ zeichnet Einzelhändler aus

Der alltägliche Einkauf sollte für alle unbeschwerlich und barrierefrei möglich sein. Ganz gleich, ob für Eltern mit Kinderwagen, Menschen im Rollstuhl oder Seniorinnen und Senioren. Deshalb rückt der „Handelsverband Deutschland (HDE) – der Einzelhandel“ mit Unterstützung der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ und in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern das Thema Generationenfreundlichkeit in den Fokus.

Am Donnerstag, den 25. März 2010, präsentierte Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gemeinsam mit dem Präsidenten des „Handelsverbands Deutschland (HDE) – der Einzelhandel“, Josef Sanktjohanser, das bundesweite Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ in Berlin.

„Die Gesellschaft in Deutschland verändert sich und mit ihr die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen. Mit dem Handel ist jeder und jede von uns fast täglich konfrontiert. Daher schätzen wir – ganz gleich ob jung oder alt – Kundenfreundlichkeit und Serviceangebote, die den Einkauf erleichtern. Für Einzelhändler ist das Qualitätszeichen ein wichtiges Instrument, um nicht nur auf Generationen-, sondern vor allem auch auf Kundenfreundlichkeit hinzuweisen und sich so von Mitbewerbern abzusetzen“, sagte Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, bei der Präsentation des Qualitätszeichens.

Mit dem neuen bundesweiten Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ werden ab April 2010 Einzelhändler in ganz Deutschland ausgezeichnet. Anhand von eigens entwickelten Kriterien prüfen Testerinnen und Tester unter anderem Leistungsangebote, Zugangsmöglichkeiten, Ausstattung der Geschäftsräume sowie das Serviceverhalten von Einzelhändlern.

„Als Interessenvertretung wollen wir mit dem Qualitätszeichen ‚Generationenfreundliches Einkaufen’ ein deutliches Zeichen setzen. Wir wollen sowohl bei den Geschäftsleuten als auch bei den Kundinnen und Kunden die Aufmerksamkeit auf die Veränderungen unserer Gesellschaft lenken. Wir setzen darauf, dass möglichst viele Einzelhändler in unserem Land mitmachen. Denn wir sind überzeugt, dass sie davon profitieren“, sagte Josef Sanktjohanser, Präsident des „Handelsverbands Deutschland (HDE) – der Einzelhandel“.

Das Zertifikat wird durch einen Aufkleber an Ladenscheiben und Eingangstüren für jeden sichtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher wissen: In diesen Geschäften werden Service, Komfort und Zugewandtheit großgeschrieben. Die Unternehmen unterstreichen damit ihre besondere Kundenorientierung. Auf der Internetseite gibt es eine öffentlich zugängliche Datenbank, in der alle bereits ausgezeichneten Einzelhändler aufgelistet sind.

Wo der nächste generationenfreundliche Einzelhändler in Ihrer Umgebung zu finden ist und was es sonst noch über das Qualitätszeichen zu wissen gibt, erfahren Sie hier: www.generationenfreundliches-einkaufen.de

Mit dem Qualitätszeichen Kundschaft gewinnen und binden

Interview mit der Demografiebeauftragten der Galeria Kaufhof, Andrea Ferger-Heiter.

Galeria Kaufhof verfolgt seit einigen Jahren den Ansatz eines generationenübergreifenden Warenhauses und setzt deshalb auf das Konzept „Galeria für Generationen“. Was verbirgt sich hinter diesem Konzept?

Mit dem Konzept „Galeria für Generationen“ wollen wir uns frühzeitig auf die demografischen Veränderungen einstellen und in unseren bundesweit 113 Warenhäusern einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Ziel ist es, unsere Filialen so aufzustellen, dass der Einkauf für alle Altersklassen barrierefrei und angenehm ist: ganz gleich, ob für Menschen im Rollstuhl, für jemanden mit einem Rollator oder Eltern mit Zwillingskinderwagen. Im Mai 2009 haben wir gemeinsam mit vier weiteren Unternehmen und zwei Verbänden die sogenannte „Berliner Erklärung – Unternehmen gestalten den demografischen Wandel“ unterzeichnet und diese an das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend übergeben. Darin verpflichten wir uns in zehn Punkten, das Thema intern und extern anzugehen. Das heißt, es betrifft natürlich auch die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Was bietet „Galeria für Generationen“ den Kundinnen und Kunden?

Zurzeit realisieren wir beispielsweise Markierungen an den Rolltreppenübergängen, die deutlich zum Sicherheitsgefühl für Jung und Alt beitragen. Außerdem wollen wir in allen Filialen mehr Sitzgelegenheiten schaffen. Dabei achten wir auf eine vernünftige Sitzhöhe, eine feste Sitzfläche und Armlehnen. Ein anderes Beispiel ist die Komfortausstattung der Umkleidekabinen. In neuen Kabinen gibt es grundsätzlich mehr als einen Haken, um Ware aufzuhängen, sowie einen zweiten Spiegel, den man klappen kann, um sich von hinten anzusehen. Wichtig ist auch eine feste Sitzbank anstelle eines Hockers, der umfallen kann. Außerdem sind ein Festhaltegriff und eine Brillenablage hilfreich. Nicht zu vergessen sind darüber hinaus die Beschilderungen in den Warenhäusern. Diese sollten verständlich, kontrastreich, beleuchtet und mit gut lesbaren Beschriftungen versehen sein. Was auch ganz oft gefordert und gewünscht wird, sind Taschenablagen an den Kassen. Denn häufig wissen die Kundinnen und Kunden nicht, wohin mit der Einkaufs- oder Handtasche. Deshalb setzen wir das gerade bei allen neuen Kassen um.

Was planen Sie für die Zukunft?

Mein Traum ist es, dass wir nicht mehr die Lupe am Regal brauchen, sondern die Produkte so beschriftet sind, dass sie die Lupe überflüssig machen. Das ist ein weiter, aber notwendiger Weg. Im Frühjahr 2010 schulen wir erstmals unsere Einkäuferinnen und Einkäufer zum Thema Universal Design und generationenfreundliche Produkte. Bei unseren Eigenmarken können wir relativ schnell reagieren und Dinge umsetzen. Zusätzlich gehen wir auch schon auf die Industrie zu. Das müssen und wollen wir weiter intensivieren.
Außerdem arbeite ich seit einem Jahr mit Seniorstudenten der Universität zu Köln zusammen. Das ist eine Gruppe von zwölf Damen und Herren, die als Feldforschungsprojekt das Thema „Einkaufen im Alter“ bearbeiten und uns immer wieder Rückmeldung dazu geben, was gut und was weniger gut ist. Wir sind also auch im regen Austausch mit der Zielgruppe der älteren Kundschaft. Ziel ist es, alle Filialen auf einen Standard zu bringen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen.

Galeria Kaufhof hat bei der Entwicklung des Qualitätszeichens „Generationenfreundliches Einkaufen“ aktiv mitgewirkt. Warum ist Ihnen das Thema so wichtig?

Aus meiner Arbeit als Demografiebeauftragte wusste ich, dass viele Kommunen und Seniorenverbände etwas Eigenes entwickeln, wodurch ein Wust an Zeichen entsteht. Da Galeria Kaufhof bundesweit Filialen hat, wollten wir etwas Übergreifendes mit einheitlichen Standards schaffen – was an der Küste genauso wie in Bayern gilt. So entstand die Idee. Das erste durch das bundesweite Qualitätszeichen ausgezeichnete Warenhaus ist unsere Filiale am Berliner Alexanderplatz. Das Haus ist sehr modern, großzügig und übersichtlich – ein Flaggschiff der neuen Galeria-Generation. Wir sind davon überzeugt, dass es wichtig ist, sich jetzt auf die bevorstehenden demografischen Veränderungen einzustellen. Deshalb gehen wir mit dem Thema nicht defizit-, sondern chancenorientiert um. Ziel ist es, dass sich möglichst viele Händler diesem Thema stellen und sich das Qualitätszeichen irgendwann von selbst erledigt, weil alle generationenfreundlich sind.

Welche Chancen und Vorteile bietet das Qualitätszeichen aus Ihrer Sicht für den Einzelhandel?

Das Qualitätszeichen ermöglicht dem Einzelhandel deutlich bessere Chancen, Stammkundschaft zu gewinnen. Das betrifft all diejenigen die es besonders schätzen, dass sie in Geschäften Komfort vorfinden. Wenn möglichst viele Einzelhändler mitmachen, wissen die Kundinnen und Kunden, dass sie bei ausgezeichneten Einzelhändlern verlässliche Standards vorfinden. Sicher ist, dass die aufmerksamen Händler spüren, dass die Kundinnen und Kunden älter werden und die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen schrumpft. Beispielsweise merkt man das im Technikbereich schon relativ stark. Dort wächst die Nachfrage nach Produkten, die einfacher und leichter zu bedienen sind.

 

Fachveranstaltung: Zweites Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“

Am 29. April 2010 findet die zweite zentrale Tagung der Bundesinitiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ in Berlin statt.

Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktiker stellen Strategien und Lösungen vor, wie Unternehmen die Chancen einer älter werdenden Gesellschaft nutzen und die Kundengruppe 50plus erschließen können. Im Fokus stehen gute Beispiele aus den Bereichen Produktentwicklung, Marketing und Service. Gastgeber ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/veranstaltungen.html

Chancen für das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft

Das verarbeitende Gewerbe und die Bauwirtschaft sind vom demografischen Wandel einerseits durch den absehbaren Mangel an qualifizierten Fachkräften betroffen, andererseits von den veränderten Verbrauchsstrukturen und dem veränderten Konsumverhalten der Bevölkerung.
Deshalb initiiert das RKW Kompetenzzentrum im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie den Arbeitskreis „Verarbeitendes Gewerbe und Bau“. Dieser richtet sich an die mittelständische Industrie und bezieht die Branchen ein, die vom Zukunftsmarkt 50plus besonders profitieren können. Dazu zählen die Konsumgüterindustrie, Hersteller von Endprodukten und Komponenten aus dem technologieintensiven Querschnittsbereich „Ambient Assisted Living“ sowie die Bauwirtschaft.

Ziel des Arbeitskreises ist es, Erfahrungen und Erkenntnisse zu bündeln und für die betriebliche Praxis vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen aufzubereiten. Im Fokus des Arbeitskreises stehen die Aktionsfelder Produktanpassung und „Ambient Assisted Living“, also die Weiterentwicklung altersgerechter Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben.

Das erste Treffen des Arbeitskreises fand im März 2010 statt, das nächste ist für das zweite Halbjahr dieses Jahres geplant.

Für mehr Informationen können sich interessierte Expertinnen und Experten sowie Praktikerinnen und Praktiker unter folgender E-Mail-Adresse an Birgitta Ratazzi-Förster wenden: foerster(at)rkw.de  

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Neue Lösungen für mehr Lebensqualität im Alter

Möglichst viele Menschen möchten bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Doch dafür benötigen sie Hilfe und Unterstützung – beispielsweise durch sogenannte Assistenzsysteme, die in den Wohnungen installiert werden. Zwar gibt es zu diesem Thema inzwischen zahlreiche Forschungsvorhaben und Modellprojekte in Deutschland. „Die Ergebnisse müssten aber viel zügiger umgesetzt werden. Außerdem brauchen wir Rahmenbedingungen, damit bezahlbare Assistenzsysteme im größeren Umfang in den Haushalten eingebaut werden können“, meint Dr. Franz Dormann, Geschäftsführer der „Gesundheitsstadt Berlin e.V.“. Die „Gesundheitsstadt Berlin“ ist ein Netzwerk mit mehr als 190 Mitgliedern, darunter Unternehmen und Krankenhäuser, aber auch Privatpersonen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Transparenz, Innovationen und Qualität im Gesundheitswesen zu fördern, und unterstützt aktiv den Dialog zwischen Forschung, Medizin und dem gesamten Gesundheitswesen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Thema „Demografischer Wandel“.

Die „Gesundheitsstadt Berlin“ ist Koordinatorin der Initiative „Deutschland – Land des langen Lebens“, die Ende 2009 gestartet wurde. Die Initiative soll Wege aufzeigen, wie die Herausforderungen des demografischen Wandels gemeistert werden können und welche neuen wirtschaftlichen Potenziale sich hierdurch erschließen lassen. „Die demografische Entwicklung wird allzu oft unter negativen Aspekten wie Ressourcenverbrauch und Fachkräftemangel diskutiert. Sie bedeutet aber auch eine riesige Chance“, sagt Dr. Dormann.

Die Initiative „Deutschland – Land des langen Lebens“ besteht aus drei Bausteinen: Auf der Kongressmesse „Zukunftsforum Langes Leben“, die am 15. und 16. September 2010 in Berlin stattfindet, sollen fachübergreifend neue Konzepte diskutiert werden, die einer älter werdenden Bevölkerung mehr Lebensqualität garantieren. Anschauliche Beispiele liefert die Ausstellung zum Kongress, auf der alltagstaugliche Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Wohnungswirtschaft und Gesundheit, Kommunikation und IT sowie Mobilität präsentiert werden. Zweiter Baustein der Initiative ist eine ständige Projektplattform in Berlin, die innovative Ansätze in Berlin und Brandenburg vorstellt – zum Beispiel Musterwohnungen, die mit Assistenzsystemen ausgestattet sind. Als Drittes kommen Auszeichnungen für Projekte hinzu, die umsetzungsorientierte Lösungen für mehr Lebensqualität in der älter werdenden Gesellschaft beispielhaft aufzeigen. Geplant sind bis zu zehn Auszeichnungen pro Jahr für wesentliche Verbesserungen in den Bereichen Wohnen, Technik, Kommunikation, Medizin und Pflege, die in ganz Deutschland umgesetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf jeweiligen Internetseiten: www.zukunftsforum-langes-leben.de und www.gesundheitsstadt-berlin.de

Internet-Patenschaftsprojekt für ältere Menschen gestartet

Ältere Menschen verweigern sich nicht grundsätzlich der neuen Technik. Zwar nutzen sie derzeit das Internet seltener als jüngere Menschen, gleichwohl ist die Zahl derer, die im Netz aktiv sind, in den vergangenen Jahren gestiegen: So sind bereits 67 Prozent der 50- bis 59-jährigen Deutschen im Internet aktiv. Und von den 60- bis 79-Jährigen ist mittlerweile fast jeder Dritte im Netz unterwegs. Das ergab die ARD/ZDF-Onlinestudie 2009. Doch noch gibt es rund 20 Millionen Deutsche, die das Internet nicht nutzen. Und gerade älteren Menschen fehlt es an Informationen und jemanden, der die ersten Schritte erklärt. Das möchte die Initiative „Internet erfahren“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ändern und kooperiert deshalb mit der Senioren-Plattform www.feierabend.de.

Ab sofort können sich die rund 152.000 Mitglieder der Internetplattform www.feierabend.de, die sich an ältere Nutzerinnen und Nutzer richtet, im eigenen Profil als Internet-Patinnen und -Paten für die Initiative anbieten. Zusätzlich gibt es eine kostenlose Kleinanzeigensparte „Internet-Patenschaften“, in der sich Tandems finden können. Zur direkten Kontaktaufnahme bieten sich zudem die regelmäßigen Treffen der 115 Feierabend-Regionalgruppen und Stammtische zur Patenvermittlung an. Diese werden im Veranstaltungskalender sowie in regionalen Tageszeitungen angekündigt.

„Unsere Mitglieder profitieren von ihren digitalen Fähigkeiten, berichten von neuen Kontakten und einer einfacheren Organisation des Alltags. Viele Mitglieder sind sehr engagiert. Sie können und wollen ihre Fähigkeiten auf Augenhöhe vermitteln. Sie gehören derselben Generation an, verstehen die Probleme und sprechen die gleiche Sprache“, sagt Alexander Wild, Vorsitzender der Feierabend Online Dienste für Senioren AG.

Als Partner der Initiative stellt das „Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit“ ein umfangreiches Webangebot und praxisorientierte Materialien zur Gestaltung und Durchführung der Patenschaft zur Verfügung. So können Aktive sich in Weblogs austauschen und voneinander lernen.
Weitere Informationen zur Initiative „Internet erfahren“ finden Sie unter: www.internet-erfahren.de

Für Unternehmen

„Der demografische Wandel ist ein Motor für Innovationen“

Interview mit Mathias Knigge, dem Inhaber von „grauwert – Büro für demografiefeste Produkte und Dienstleistungen“ zum Thema ältere Zielgruppen.

„grauwert“ berät Unternehmen zum Thema ältere Zielgruppen und Universal Design. Wer wendet sich an Sie und worin genau besteht Ihre Tätigkeit?

Generationenfreundlichkeit ist für alle Branchen ein Thema. Kommunen oder Museen zählen ebenso zu unseren Kunden wie Unternehmen, die Garten- oder Elektrogeräte herstellen. Wir unterstützen unsere Kundschaft bei der Entwicklung generationengerechter Produkte und Dienstleistungen. Oft haben sie sich schon allein mit dem Thema beschäftigt, sind aber nicht weitergekommen und brauchen einen Anstoß von außen, damit der Entwicklungsprozess in Gang kommt.

Welche Hürden müssen Unternehmen überwinden, wenn sie ihre Produkte generationengerecht verändern wollen?

Als Hindernis erweist sich oft, dass Führungskräfte ein eher stereotypes Bild vom Alter haben. Sie wollen aber keine Seniorenprodukte herstellen. Es ist deshalb wichtig, sich von diesem Bild zu lösen und zu verstehen: Gerade bei Älteren gibt es ganz viele unterschiedliche Nutzertypen. Voraussetzung für Veränderungen ist außerdem, dass alle Bereiche im Unternehmen den Sinn des Prozesses verstehen und mittragen.

Welche Chancen bieten sich Unternehmen, die ihr Sortiment kritisch unter die Lupe nehmen?

Unternehmen sollten den demografischen Wandel als Motor für Innovationen sehen. Derzeit werden die Karten auf dem Markt neu gemischt: Wer heute die Offenheit besitzt, Produkte unter dem Blickwinkel eines Universal Designs zu optimieren, hat künftig einen besseren Stand.

Gibt es bestimmte Grundregeln, die bei der Entwicklung generationengerechter Produkte zu beachten sind?

Am wichtigsten ist, dass die Produkte nicht den klassischen Hilfsmittelcharakter haben. Niemand möchte so angesprochen werden, dass seine Defizite sichtbar werden. Ein gutes Produkt bietet zudem einen Zweitnutzen: Ein Stecker beispielsweise kann sich besonders gut herausziehen lassen und gleichzeitig so flach sein, dass er hinter die Möbel passt.

Wie wichtig ist es, ältere Verbraucherinnen und Verbraucher in die Produktentwicklung einzubeziehen?

Das ist enorm wichtig. Denn eine Küchenmaschine sieht vielleicht im Laden gut aus, erweist sich bei der Benutzung zu Hause aber als unpraktisch. Man muss deshalb immer auch die Lebensweise der Älteren mitdenken: Wo steht das Produkt zu Hause? Wie wird es benutzt? Wir arbeiten dafür mit älteren, erfahrenen Menschen zusammen, die es als sinnvolle Aufgabe ansehen, Produkte vor Ort zu testen, um sie zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.grauwert.info

Neuer Praxisleitfaden „Potenziale nutzen – die Kundengruppe 50plus“

Ältere Menschen werden im Zuge der demografischen Veränderungen als Kundinnen und Kunden sowie als Verbraucherinnen und Verbraucher zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. In vielen Lebensbereichen beziehungsweise Gütergruppen tätigen die über 50-Jährigen bereits heute annähernd 50 Prozent der Konsumausgaben – mit zunehmender Tendenz.
 
Der Unternehmensleitfaden „Potenziale nutzen – die Kundengruppe 50plus“ bietet wertvolle Hilfestellungen für Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen an den Wünschen und Bedürfnissen älterer Verbraucherinnen und Verbraucher – der Kundengruppe 50plus – ausrichten wollen und eine Antwort auf die zentrale Frage suchen: „Wer sind die älteren Verbraucherinnen und Verbraucher und welche Werte und Wünsche zeichnen sie aus?“

Eine Einteilung der älteren Kundinnen und Kunden in fünf neue wertebasierte Konsumententypen soll es Unternehmen und Dienstleistern erleichtern, deren Wünsche, Werte und Bedürfnisse zu verstehen. Zudem leitet die Publikation interessierte Unternehmen in vier Schritten zu einem an die Bedürfnisse älterer Kundinnen und Kunden angepassten Geschäftsmodell. Diese sind:

Schritt 1: Die eigene Kundenstruktur analysieren und Transparenz über das zusätzliche Potenzial älterer Kundinnen und Kunden schaffen.

Schritt 2: Die Qualität des eigenen Produkt- und/oder Dienstleistungsangebots bewerten. Welche Anforderungen müssen Produkte und Dienstleistungen für ältere Verbraucherinnen und Verbraucher erfüllen?

Schritt 3: Die Ansprachestrategie anpassen. Wie muss ein Marketing aussehen, mit dem sich fünf unterschiedliche Konsumententypen abdecken lassen?

Schritt 4: Die Kaufumgebung zielgruppengerecht ausgestalten.

Neben detaillierten Beschreibungen bietet der Unternehmensleitfaden zahlreiche Checklisten, Praxistipps und gute Beispiele aus der Unternehmenspraxis.

Den Unternehmensleitfaden „Potenziale nutzen – die Kundengruppe 50plus“ können Sie unter: www.wirtschaftsfaktor-alter.de/fileadmin/user_upload/100323_Praxisleitfaden_barrierefrei.pdfhttp://www.wirtschaftsfaktor-alter.de/ (barrierefreies PDF-Dokument) herunterladen.

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Die größte und nach eigenen Angaben älteste Seniorenorganisation der Welt sitzt in den USA. Rund 40 Millionen Mitglieder zählt die „American Association of Retired People“ (AARP) heute. Gegründet wurde die gemeinnützige und unabhängige Mitgliederorganisation 1958 von Ethel Percy Andrus, einer pensionierten Schulleiterin. Seither sieht sich die Organisation als Vertreterin der Interessen älterer Menschen in den USA – mitunter auch im Verbraucherschutz und der Gesetzgebung. Gegen einen geringen Jahresbeitrag stellt die Organisation ihren Mitgliedern Informationen zu diversen Themen zur Verfügung, so beispielsweise in eigenen Publikationen wie dem Magazin „AARP The Magazine“ und auf der eigenen Internetseite. Darüber hinaus profitieren die Mitglieder auch finanziell von AARP: Die Organisation hat bei vielen Unternehmen wie Fluggesellschaften, Hotelketten oder Autovermietungen Vergünstigungen für die eigenen Mitglieder ausgehandelt. Bei Autovermietungen, mit denen solche Verträge bestehen, würde die Großmutter demnach für einen Leihwagen weniger zahlen müssen als ihre Enkelin. Bei welchen Unternehmen die Mitglieder überall sparen können, ist auf der Internetseite der Organisation aufgelistet.

Mit dem Ziel, älteren Menschen die Scheu vor der Computernutzung und dem Internet zu nehmen, startete die Internetseite „Seniornet“. Ins Leben gerufen wurde die Internetseite, die sich speziell an ältere Nutzerinnen und Nutzer richtet, bereits 1986 im Rahmen eines Projektes von Dr. Mary Furlong, Professorin an der Universität in San Francisco. Nachdem sich die Professorin jahrelang mit dem Thema „Senioren und Technik“ beschäftigt hatte, kam ihr die Idee, ein virtuelles Dorf speziell für ältere Menschen zu schaffen und sie im Hinblick auf die Nutzung von Computern und Internet zu schulen. Heute können sich Interessierte in weltweit über 130 Schulungszentren fortbilden – darunter sind auch Zentren in Schweden und Japan. Darüber hinaus bietet die Internetseite onlinebasierte Kurse zu verschiedenen Themen wie dem Umgang mit Computern, Gesundheit oder auch digitale Fotografie sowie eine Plattform zum Austausch.

Weitere Informationen finden Sie auf den jeweiligen Internetseiten unter:
www.aarp.org/membership und www.seniornet.org/jsnet

Veranstaltungshinweise

Auszeichnung: Internationaler Preis für altersgerechte Personalpolitik 2010

Dieses Jahr wird zum dritten Mal der internationale Arbeitgeberpreis für altersgerechte Personalpolitik von der amerikanischen Seniorenorganisation AARP vergeben. Insgesamt zehn Unternehmen aus der ganzen Welt sollen ausgezeichnet werden. Bewerben können sich alle Unternehmen, die innovative Lösungen in den Bereichen lebenslanges Lernen, Gesundheitsförderung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Personalgewinnung und Diversity (Vielfalt) entwickelt haben. Deutsche Preisträger der vorangegangenen Ausschreibungen waren BMW Group, Sick AG, Sozial-Holding der Stadt Mönchengladbach, Loewe und die Deutsche Bahn.
 
Die Bewerbungsfrist für den Arbeitgeberpreis 2010 endet am 24. April 2010.
 
Die Möglichkeit zur Onlinebewerbung gibt es auf den Seiten der AARP (externer Link):
www.aarpinternational.org/conference/conference_show.htm?doc_id=1004071
 
Den Bewerbungsbogen im PDF-Format können Sie zudem hier herunterladen (externer Link, nicht barrierefreies PDF):
www.aarpinternational.org/usr_doc/InnovationAwardApplication2010.pdf

Informationsveranstaltung: Die Zukunft des Wohnens und Bauens (Münster/Westfalen)

Am 31. Mai 2010 lädt das RKW Kompetenzzentrum Handwerker, Planer, Ingenieure und haushaltsnahe Dienstleister zu einer Informationsveranstaltung ein, die sich mit den Marktchancen des Konzepts „Design für alle“ beschäftigt. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Münster und dem „Europäischen Institut Design für Alle in Deutschland e. V.“ informiert das RKW von 12.00 bis 18.30 Uhr im Handwerkskammer-Bildungszentrum in Münster/Westfalen.

Weitere Informationen erhalten Sie per E-Mail von Beate Schlink: schlink(at)rkw.de

Kongress „Potentiale älterer Arbeitnehmer“ der Robert Bosch Stiftung (Stuttgart)

Am 24. März 2010 findet im Haus der Wirtschaft in Stuttgart der Kongress „Potentiale älterer Arbeitnehmer“ der Robert Bosch Stiftung statt. Dort diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis über aktuelle Erkenntnisse, Erfahrungen und Lösungsansätze, wie die Leistungsfähigkeit und Leistungsmotivation älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gefördert und erhalten werden kann.

Anmelden können Sie sich sowohl per E-Mail an sekretariat(at)gero.uni-heidelberg.de als auch per Fax an die Nummer: (0 62 21) 54 59 61.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter: www.gero.uni-heidelberg.de/md/gero/elma_flyer.pdf

World Ageing & Generations Congress 2010 (St. Gallen, Schweiz)

Bereits zum sechsten Mal findet der World Ageing & Generations Congress statt, diesmal vom 25. bis 28. August 2010 in der Universität St. Gallen. Die Veranstaltung bietet eine Plattform für Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis, auf der aktuelle demografische Herausforderungen gemeinsam diskutiert werden. Die zentralen Themen der drei Kongresstage sind die globalen Herausforderungen des demografischen Wandels, Vitalität und Gesundheit sowie Seniorenwirtschaft. Abschluss und Höhepunkt ist die Verleihung des „Prix des Générations 2010“. Mit dem Preis werden Personen oder Institutionen ausgezeichnet, die sich durch ihren langjährigen Beitrag um das Wohlergehen der verschiedenen Generationen verdient gemacht haben.

Weitere Informationen und Anmeldungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.wdassociation.org