Inhaltsverzeichnis

Über die Initiative

Fachtagung „Reife Kunden – reife Leistung. Chancen für Industrie, Handel und Dienstleistung“ in München

Am 28. Juni 2010 fand die Fachtagung „Reife Kunden – reife Leistung. Chancen für Industrie, Handel und Dienstleistung“ in der IHK-Akademie München statt. Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich darüber, wie sich Unternehmen gezielt auf die älter werdende Bevölkerung einstellen können. (weiter)

Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“: schon mehr als 40 Einzelhändler bundesweit ausgezeichnet

Nach dem bundesweiten Startschuss für das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ durch Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder und Handelsverbandspräsident Josef Sanktjohanser Ende März 2010 in Berlin entwickelt sich dieses nun in die Fläche. In welchen Bundesländern es bereits zertifizierte Einzelhändler gibt und wie man sich um das Qualitätszeichen bewerben kann, lesen Sie hier. (weiter)

Dokumentation des zweiten Fachforums „Wirtschaftsfaktor Alter“ ist online verfügbar

Am 29. April 2010 fand das zweite Fachforum „Wirtschaftsfaktor Alter“ im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin statt. Vor rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erläuterten die Referentinnen und Referenten aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik, wie die Potenziale des Zukunftsmarktes 50plus besser genutzt werden können und wie sich der Markt verändert. Die Dokumentation der Vorträge und Diskussionen ist nun online verfügbar. (weiter)

Strategiemappe „Zukunftsmarkt 50plus“ ist online

Was zeichnet generationengerechte Produkte aus? In welche Verbrauchertypen teilt sich die Kundengruppe 50plus? Wie können deutsche Unternehmen von Japan profitieren? Antworten auf diese Fragen bietet die neue Strategiemappe „Zukunftsmarkt 50plus“. Wo Sie diese herunterladen oder bestellen können, erfahren Sie hier. (weiter)

„Wohnen heute – Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen“

Der demografische Wandel verändert auch die Ansprüche an Wohnungen und Wohnumfeld. In Münster stellten Praktikerinnen und Praktiker Lösungen für das Wohnen von heute vor und diskutierten mit mehr als 100 Gästen, wie das Konzept „Design für Alle“ im Bereich Wohnen umgesetzt werden kann. (weiter)

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Urlaub im Alter: „Einzelne Regionen und Orte haben sich bereits auf barrierefreies Reisen spezialisiert“

Interview mit Dr. Rüdiger Leidner, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für alle e. V., zum Thema barrierefreies Reisen im Alter. Warum es so wichtig ist, im Sinne der Barrierefreiheit ein Design für Alle zu fördern, und auf welche Kriterien Reisende achten sollten. (weiter)

Für Unternehmen

Werbebranche: Die Bedeutung älterer Menschen steigt

Ältere Menschen werden immer bedeutender für die deutsche Werbebranche. Mit dem demografischen Wandel steigt auch die Relevanz des Marktes der „Best Ager“. Wie sich dies auf Umgang und Wahrnehmung der Zielgruppe auswirkt, haben die Deutsche Seniorenliga e. V. und das Deutsche Institut für Japanstudien in der „Befragung deutscher Werbeagenturen – Der Markt der ‚Best Ager‘“ untersucht. (weiter)

„Ambient Assisted Living“: „Ich wünsche mir mehr technische Intelligenz in meiner Umgebung“

Im Interview erläutert Birgid Eberhardt, Referentin „Ambient Assisted Living“ beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V., welche Chancen der Bereich „Ambient Assisted Living“ für kleine und mittelständische Unternehmen bietet. (weiter)

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Was sich hinter dem Altenbericht verbirgt und seit wann ihn die Bundesregierung veröffentlicht, lesen Sie hier. (weiter)

Veranstaltungshinweise

Tourismus neu gestalten – Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen (Berlin)

Angebote aus der Tourismuswirtschaft, die dem Konzept „Design für Alle“ folgen, stehen im Zentrum einer Fachtagung am 15. September 2010 im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Berlin. (weiter)

Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ in Hildesheim (Niedersachsen)

Wie sich Produkte für alle Altergruppen gestalten lassen, zeigt die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“. Die Ausstellung ist vom 29. September bis zum 27. Oktober 2010 im Rathaus der Stadt Hildesheim zu sehen. (weiter)

Fachmesse „REHACARE International 2010“ in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Auf der Fachmesse „REHACARE International 2010“ werden Produkte und Lösungen für die Bereiche Rehabilitation und Pflege vorgestellt. Die Messe findet vom 6. bis 9. Oktober 2010 auf dem Düsseldorfer Messegelände statt. (weiter)

Inhalt

Über die Initiative

Fachtagung „Reife Kunden – reife Leistung. Chancen für Industrie, Handel und Dienstleistung“ in München

Vor rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fand am 28. Juni 2010 die Regionalveranstaltung „Reife Kunden – reife Leistung. Chancen für Industrie, Handel und Dienstleistung“ in der IHK-Akademie München statt. Eingeladen hatte die Bundesinitiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ in Kooperation mit der IHK München, dem bayerischen Sozialministerium, dem Handelsverband Bayern und der LandesSeniorenVertretung Bayern.

Im Fokus der Veranstaltung standen die Fragen, wie können Unternehmen die Potenziale des demografischen Wandels nutzen, welche Erwartungen haben ältere Menschen an Produkte und Dienstleistungen und wie können Unternehmen mit einer älter werdenden Belegschaft innovativ und wettbewerbsfähig bleiben.

Begrüßt wurden die Gäste durch Dr. Manfred Gößl, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Dr. H. Werner Kammann, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Friedrich Seitz, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und Walter Voglgsang, Vorsitzender der LandesSeniorenVertretung Bayern.

Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft referierten über Chancen und Lösungswege für Industrie, Handel und Dienstleistungen. So beispielsweise Lothar Odenbach, Geschäftsführer der Neukauf Südbayern GmbH. Er veranschaulichte anhand des Konzeptes „EDEKA 50plus“, wie sich die Einzelhandelskette bisher an zwei Standorten sehr erfolgreich auf die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Kundschaft ausrichtet.

Am Beispiel des Münchener Familienbetriebs Kustermann konnte man erfahren, wie auch kleine und mittelständische Unternehmen sich mit wenig Aufwand auf die älter werdenden Kundinnen und Kunden einstellen können. Der Geschäftsführer Gerald Funk erläuterte in seinem Beitrag das „Erfolgsrezept Kundenorientierung“, zu dem unter anderem ein Kundenlieferservice, eine Handwerkervermittlung, aber auch Schulungen des eigenen Verkaufspersonals zählen.

Wie Betriebe ihre erfahrenen älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter qualifizieren und deren Beschäftigungsfähigkeit und Motivation langfristig erhalten können, erläuterte Evelyn Küppers, Bereichsleiterin München-Süd bei Christ Juweliere. Unter dem Titel „Pluspunkt Erfahrung: Ein Gewinn für alle!“ sprach sie über spezielle Seminare, die Christ seinen Beschäftigten ab 50 Jahren anbietet.

Dr. Carolin Eitner, Leiterin der Geschäftsstelle „Wirtschaftsfaktor Alter“, stellte das bundesweite Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ vor, das gemeinsam von „Wirtschaftsfaktor Alter“ und dem HDE entwickelt wurde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Eckart Schnabel, Geschäftsführer am Institut für Gerontologie an der TU Dortmund.

Informationen zu weiteren Veranstaltungen zum Thema finden Sie unter: www.wirtschaftsfaktor-alter.de/wa/kalender.html

Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“: schon mehr als 40 Einzelhändler bundesweit ausgezeichnet

Bundesweit wurden bislang mehr als 40 Einzelhändler mit dem Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet. Die meisten Standorte gibt es in Niedersachsen, da das Land als Pilotregion bereits im November letzten Jahres gestartet war. In den meisten anderen Bundesländern sind die regionalen Einzelhandelsverbände zurzeit dabei, die Strukturen für die Zertifizierung zu schaffen, insbesondere die Prüferinnen und Prüfer auszusuchen und zu schulen. „Das Interesse am Qualitätszeichen ist landauf, landab sehr groß“, sagt Monika Dürrer, Geschäftsführerin vom „Handelsverband Deutschland (HDE) – der Einzelhandel“.

In Niedersachsen hatten die Schulungen für die ehrenamtlichen Testpersonen im Dezember begonnen. Bis Ende Juni waren 82 Testerinnen und Tester in 24 Städten qualifiziert. Insgesamt 41 niedersächsische Geschäfte sind für ihre Generationenfreundlichkeit ausgezeichnet worden, davon 36 Einzelhandelsgeschäfte am 22. Juni 2010 in Goslar. Damit liegt die Stadt mit der Einführung des Qualitätszeichens an der Spitze. „Dass 36 Geschäfte zertifiziert worden sind, bedeutet eine Bestätigung der Projektidee. Das hätten wir uns vorher nicht träumen lassen“, sagte Björn Kemeter vom niedersächsischen Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration bei der Zertifikatsübergabe.

Bei bundesweiten Veranstaltungen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ zeigt sich, dass das Interesse bei den Einzelhändlern und Kommunen groß ist. So beispielsweise in Ingolstadt, wo am 17. Juni eine Veranstaltung zum Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ stattfand. Rund 40 Gäste, darunter Einzelhändler, Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommune, von Verbänden und Organisationen sowie der Oberbürgermeister, Dr. Alfred Lehmann, informierten sich vor Ort. Mit dem Ergebnis, dass Ingolstadt sich in Bayern gleich an die Spitze setzen möchte.

Auch der Kreis der Unterstützer ist größer geworden. Auf einer gemeinsamen Sitzung des „Handelsverbands Deutschland (HDE) – der Einzelhandel“, der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesseniorenverbände am 8. Juli 2010 in Berlin sicherte die Vorsitzende der Bundesarbeitgemeinschaft der Landesseniorenvertretungen (BAG LSV e.V.), Helga Walter, die Mitarbeit ihres Verbandes zu.

Schnelltest im Internet und Zertifizierung

Um die Auszeichnung mit dem Qualitätszeichen können sich nicht nur klassische Einzelhändler bewerben, sondern auch handelsnahe Unternehmen, die teilweise zum Handwerk gehören, wie etwa Bäcker und Optiker. Insgesamt 58 Kriterien werden durch eigens geschulte Testpersonen geprüft. Neben Aspekten wie Leistungsangebote, Zugangsmöglichkeiten und Ausstattung der Geschäftsräume werden auch Serviceleistungen bewertet. Das heißt: Die Testpersonen schildern ein Problem, reklamieren etwas oder fragen nach den Toiletten. Werden die Kriterien erfüllt, erhält das Geschäft ein Zertifikat, das drei Jahre lang gültig ist. Um herauszufinden, ob ein Geschäft bereits die Prüfkriterien erfüllt, gibt es einen Schnelltest im Internet. Diesen finden Sie unter www.generationenfreundliches-einkaufen.de/pb/site/gen/node/654468/Lde/index.html.

Während in Niedersachsen die Zertifikatsvergabe in der noch andauernden Pilotphase über die Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) erfolgt, wird das Qualitätszeichen bundesweit vom HDE getragen. Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern sind die Landes- und Regionalverbände des HDE.

Das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ wurde gemeinsam vom HDE, der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“, der LINGA sowie verschiedenen Bundes- und Landesministerien, Verbänden und Unternehmen entwickelt.

Alle Informationen rund um das Qualitätszeichen „Generationenfreundliches Einkaufen“ finden Sie unter: www.generationenfreundliches-einkaufen.de

Dokumentation des zweiten Fachforums „Wirtschaftsfaktor Alter“ ist online verfügbar

Ältere Menschen verändern zunehmend den Markt auf der Konsumentenseite. Davon konnten sich die rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des zweiten Fachforums „Wirtschaftsfaktor Alter“ am 29. April 2010 im Konferenzzentrum des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie ein Bild machen. Die Referentinnen und Referenten aus Unternehmen, Wissenschaft und Politik stellten dar, wie der demografische Wandel sich auf die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen auswirkt. Eröffnet wurde das Fachforum von Ernst Burgbacher, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und Beauftragter der Bundesregierung für Mittelstand und Tourismus, und Dr. Hermann Kues, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Dokumentation der Vorträge und Diskussionen können Sie hier herunterladen.

Strategiemappe „Zukunftsmarkt 50plus“ ist online

Die neue Strategiemappe „Zukunftsmarkt 50plus“ liefert besonders kleinen und mittelständischen Unternehmen praxisorientierte Basisinformationen zu den Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels. Zehn mehrseitige Faktenblätter bieten Informationen und Hinweise zu einzelnen Themen im Hinblick auf die Zielgruppe 50plus. Dazu zählen: generationengerechte Produkte und Dienstleistungen, die fünf Verbrauchertypen, Marketingmaßnahmen, Servicekompetenzen und Japan als Vorreiterland. Außerdem können mit dem Faktenblatt „Selbstcheck“ die eigenen Produkte und Serviceangebote auf Generationenfreundlichkeit überprüft werden.

Die Strategiemappe wird im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie herausgegeben.

Die einzelnen Faktenblätter können unter www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/Wirtschaftsfaktor-Alter/strategiemappe-zukunftsmarkt-50plus.html heruntergeladen werden.

Zudem ist die Bestellung der gesamten Strategiemappe unter Angabe der Artikelnummer 1522 per E-Mail an publikationen(at)bundesregierung.de oder telefonisch unter 01805 778090 möglich.

„Wohnen heute – Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen“

Wie gestaltet man Wohnraum nach dem Konzept „Design für Alle“? Und welche Marktchancen bietet das für kleine und mittelständische Unternehmen? Diesen Fragen gingen am 31. Mai 2010 Praktikerinnen und Praktiker aus den Bereichen Architektur und Handwerk bei der Fachtagung „Wohnen heute – Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen“ im Bildungszentrum der Handwerkskammer Münster nach. Der Einladung des RKW Kompetenzzentrums folgten mehr als 100 Gäste. Bezogen auf die Anforderungen und Handlungsoptionen der Region präsentierten Praktikerinnen und Praktiker Beispiele für generationengerechte Wohnraumplanungen und -anpassungen. Einen weiteren Themenblock bildeten Innovationen im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen.

Alle Vorträge finden Sie zum Nachlesen unter www.rkw.de/dfa

Für Verbraucherinnen und Verbraucher

Urlaub im Alter: „Einzelne Regionen und Orte haben sich bereits auf barrierefreies Reisen spezialisiert“

Interview mit Dr. Rüdiger Leidner, Vorstandsvorsitzender der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für alle e. V.

Was verstehen Sie unter barrierefreiem Reisen?

Barrierefreies Reisen heißt für mich, dass jeder – unabhängig von Alter und körperlichen Beeinträchtigungen – eigenständig und ohne Einschränkungen reisen kann. Das beginnt bereits bei der Reiseplanung. So sollte beispielsweise die Schrift gut zu lesen sein. Alle Informationen zur Reise selbst sowie zum Urlaubsort müssen für jeden zugänglich sein. Davon profitieren schließlich sowohl Reiseanbieter als auch Kundinnen und Kunden. Bei Reisen mit dem Bus oder der Bahn können beispielsweise Einstiegshilfen eine große Erleichterung darstellen. Und vor Ort in der Unterkunft sind schon kleine Dinge wie Aufzüge, leicht zu öffnende Türen und große Beschriftungen eine Unterstützung.

Wie finden ältere Menschen geeignete Angebote? Und worauf sollte man bei der Suche achten?

Eine gute erste Orientierung geben spezielle Portale im Internet und in Reisebüros. Außerdem gibt es Piktogramme, die auf der Grundlage einer zwischen dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband e. V., dem Hotelverband Deutschland und fünf Bundesbehindertenverbänden abgeschlossenen Zielvereinbarung eingeführt wurden. Der Nachteil ist jedoch, dass die Unterkünfte sich die Auszeichnung selbst verleihen können. Das heißt: Es gibt keine unabhängige Kontrollinstanz. Deshalb sollte man sich nicht nur auf diese Angaben verlassen.

Deutschland gehört besonders für ältere Reisende zu den beliebtesten Urlaubsländern. Doch wie sieht es mit der Barrierefreiheit und Generationenfreundlichkeit im deutschen Tourismus aus?

Einzelne Regionen und Orte haben sich bereits in der Arbeitsgruppe „Barrierefreie Reiseziele Deutschland“ zusammengeschlossen, um ihre barrierefreien Angebote besser zu vermarkten. Darüber hinaus bietet die Kennzeichnung durch Piktogramme – trotz der genannten Schwierigkeiten – eine erste Orientierungshilfe.

Welche Regionen sind in der Arbeitsgruppe „Barrierefreie Reiseziele Deutschland“ engagiert?

Dabei sind: die Eifel, Erfurt, das Fränkische Seenland, die Insel Langeoog, die Niederlausitz, das Ruppiner Land und die Sächsische Schweiz. Einige Bundesländer haben zudem eigene Internetportale speziell zum Thema eingerichtet.

Welche Tipps würden Sie älteren Menschen für ihre Reise mit auf den Weg geben?

Wenn Sie ein passendes Angebot gefunden haben, greifen Sie zum Hörer. Fragen Sie immer persönlich im Hotel oder dem Tourismusbüro vor Ort nach. Nur so können Sie herausfinden, ob Ihre Ansprüche erfüllt werden können.

Weitere Informationen zu barrierefreien Reisezielen in Deutschland und hilfreiche Tipps können auf den Seiten „einfach teilhaben“ und der Website der „Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für alle e. V.“ abgefragt werden. Informationen und Hintergründe zu den Piktogrammen für barrierefreies Reisen können Sie unter www.dehogabw.de/fileadmin/user_upload/Themen_Service_Testimonials/
Fuer_Hoteliers/Info_Barrierefreier_Tourismus.pdf
  einsehen, die Website der Arbeitsgruppe „Barrierefreie Reiseziele Deutschland“ finden Sie unter www.barrierefreie-reiseziele.de/.

Für Unternehmen

Werbebranche: Die Bedeutung älterer Menschen steigt

Schon heute wird jeder zweite Euro des privaten Konsums von Menschen über 50 Jahren ausgegeben. Und mit der demografischen Entwicklung wird ihr Anteil am Konsum weiter steigen. Damit gewinnen sie auch für die Werbebranche an Bedeutung. 81,3 Prozent der Werbetreibenden sind der Meinung, dass die Relevanz der älteren Zielgruppe für die Branche weiter zunehmen wird. Gleichzeitig wird das Marktpotenzial der älteren Zielgruppe jedoch unterschätzt. So beispielsweise im Hinblick auf die Einkommenssituation, die von der Hälfte der Befragten als zu niedrig bewertet wird. Zu diesem Ergebnis kommt die „Befragung deutscher Werbeagenturen – Der Markt der ‚Best Agerʻ“, die von der Deutschen Seniorenliga e. V. unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokio durchgeführt wurde. Befragt wurden 112 deutsche Agenturen zum Bild von älteren Menschen und der Relevanz der Zielgruppe „50plus“.

Trotz der steigenden Bedeutung der älteren Zielgruppe für die Branche wird diese nach wie vor häufig pauschal angesprochen. So gaben drei Viertel der befragten Werbetreibenden an, bei der Ansprache keine weitere Differenzierung der Zielgruppe vorzunehmen. Das heißt: Verheiratete, mobile Sechzigjährige werden genauso behandelt wie verwitwete, eingeschränkte Achtzigjährige. Das hat zur Folge, dass sich ältere Menschen nicht mit den dargestellten Werbebildern identifizieren. Dabei sind sich 80 Prozent der Befragten durchaus dessen bewusst, dass sich die älteren Menschen nicht allein aufgrund ihres Alters gleichen. Dass ältere Menschen trotzdem in der Webung stereotyp dargestellt werden, ist laut der Studie schlichtweg auf Unwissenheit im Umgang mit der älteren Generation zurückzuführen.

Die Kurzfassung der Studienergebnisse können Sie kostenfrei per Post unter der Adresse: Deutsche Seniorenliga e. V., Heilbachstraße 32, 53123 Bonn oder per E-Mail unter info(at)deutsche-seniorenliga.de bestellen.

„Ambient Assisted Living“: „Ich wünsche mir mehr technische Intelligenz in meiner Umgebung“

Interview mit Birgid Eberhardt, Referentin „Ambient Assisted Living“ beim Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V.

Was versteht man unter „Ambient Assisted Living“?

Mit „Ambient Assisted Living“ werden intelligente technische Lösungen bezeichnet, die auch im Alter ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Diese so genannten altersgerechten Assistenzsysteme können in Kombination mit Dienstleistungen zu einer deutlich besseren Lebensqualität beitragen und dabei helfen, in der vertrauten Wohnung verbleiben zu können.

Wo stehen deutsche Unternehmen im Vergleich zu anderen Ländern?

Deutschland ist führend im Hinblick auf Sicherheit und Zuverlässigkeit bei den so genannten „eingebetteten Systemen“, das heißt bei Systemen, die beispielsweise in Verbindung mit Sensoren Steuerungs- und Datenverarbeitungsaufgaben übernehmen. Sicherheit und Zuverlässigkeit sind wichtige Eigenschaften einer intelligenten Umgebung. Deutschland ist auch in der Medizintechnik sehr gut aufgestellt. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmer sind hier sehr innovativ und kreativ.

Welche Bereiche sind für kleinere Unternehmen besonders interessant?

Es gibt einerseits große Firmen, die bestimmte Themen wie Sicherheitssysteme besetzt haben und ein komplettes Produktspektrum in diesem Segment anbieten. Aber gerade, wenn es darum geht innovativere Produkte zu entwickeln und Nischen zu besetzen, bieten sich für kleinere Unternehmen große Chancen – auch im Rahmen von Kooperationen mit Forschungsunternehmen.

Der Wissensaustausch im Rahmen von Kooperationen spielt also eine wichtige Rolle?

Ja, denn bezüglich „Ambient Assitsted Living“ kann kein Unternehmen alles anbieten. Es geht daher nicht nur um intelligente Technik, es geht auch darum diese zu verknüpfen – vielleicht auch mit ganz neuen Dienstleistungsangeboten. So können kleinere Unternehmen Basisprodukte von großen Herstellern nutzen, um damit neue Produkt- und Dienstleistungspakete zu schnüren. So wie ein Schlüsselnotdienst, der ohnehin rund um die Uhr erreichbar sein muss, auch gleichzeitig ein intelligentes Brandmeldersystem anbieten könnte, welches in der Zentrale aufleuchtet, wenn es brennt. Die Idee ist es, mehr aus dem eigentlichen Geschäft zu generieren und somit neue Wertschöpfungsketten zu schaffen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir mehr technische Intelligenz in meiner Umgebung. Warum merkt mein Auto, wenn es zum Unfall kommt, löst den Airbag aus oder ruft sogar unter Angabe der GPS-Daten Hilfe, aber meine Wohnung merkt nicht, wenn ich stürze. Oder auch: Warum schließen die Dachfenster nicht automatisch, wenn es hagelt, schaltet sich der Strom in den Schlafmodus, wenn ich die Wohnung verlasse und beginnt die Treppe zu leuchten, wenn ich nachts runter gehe? Das sind Errungenschaften, die einerseits in Richtung Energieeffizienz und andererseits in Richtung Sicherheit unterstützen.

Kurz vorgestellt

Schon gewusst?

Im Jahr 1989 hat die damalige Ministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit Ursula Lehr den ersten Altenbericht der Bundesregierung initiiert. Dieser erschien 1993. Nach einem Beschluss des Deutschen Bundestages im Jahr 1994 legt die Bundesregierung seither in jeder Legislaturperiode einen Altenbericht vor. Erstellt wird der Bericht von einer ehrenamtlich tätigen Sachverständigenkommission, die mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzt ist.

Ziel des Berichts ist es, die Lebenssituation von Seniorinnen und Senioren in Deutschland unter bestimmten Aspekten darzustellen. So beschäftigte sich beispielsweise der zweite Bericht mit dem Thema „Wohnen im Alter“, der sechste Bericht behandelt das Thema „Altersbilder in der Gesellschaft“  und wurde Anfang Juni 2010 der Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder offiziell von der Expertenkommission übergeben. Die Veröffentlichung ist für Herbst 2010 geplant.

Veranstaltungshinweise

Tourismus neu gestalten – Marktchancen für kleine und mittlere Unternehmen (Berlin)

Mit der Alterung der Bevölkerung wächst die Zahl derjenigen, die in der einen oder anderen Weise eingeschränkt sind. Gleichzeitig steigen das Gesundheitsbewusstsein und das Interesse an Wellness und Komfort. Die Tourismuswirtschaft muss sich auf die Trends einstellen. Besonders erfolgreich sind die Produkte, die möglichst alle Kunden ansprechen und keine „Spezialprodukte“ für Ältere oder Behinderte sind. „Design für Alle“ ist ein Konzept zur Entwicklung und Vermarktung genau solcher Produkte und Dienstleistungen.

Um das Konzept und seine wirtschaftliche Bedeutung geht es bei der RKW-Tagung am 15. September 2010 im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in Berlin. Tourismusanbieter zeigen, wie sie ein komfortables Ambiente für alle Kundinnen und Kunden schaffen, wie sich das Prinzip „Design für Alle“ in der gesamten Reisekette durchhalten lässt, wie sie ihre Angebote vermarkten oder in Kooperationen größere Erfolge erzielen.

Anbieter entsprechender Produkte und Dienstleistungen können sich bewerben, um während der Tagung auszustellen und ihre Lösungen als Best-Practice-Beispiel vorzustellen.

Informationen dazu und zur Veranstaltung finden Sie unter www.rkw.de/dfa

Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ in Hildesheim (Niedersachsen)

Vom 29. September bis zum 27. Oktober 2010 wird die Wanderausstellung „Universal Design: Unsere Zukunft gestalten“ im Rathaus der Stadt Hildesheim zu sehen sein. Im Rahmen der Initiative „Wirtschaftsfaktor Alter“ zeigt das Internationale Designzentrum Berlin (IDZ) in der Ausstellung über 50 Produkte des alltäglichen Lebens, die durch ihre Benutzerfreundlichkeit die Lebensqualität von Alt und Jung verbessern. Die Produkte können vor Ort getestet werden, sodass die Besucher erleben können, was Universal Design in der Praxis bedeutet.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.idz.de/de/sites/1885.html

Fachmesse „REHACARE International 2010“ in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)

Auf dem Düsseldorfer Messegelände wird vom 6. bis 9. Oktober 2010 die Fachmesse „REHACARE International 2010“ stattfinden. Rund 800 Aussteller aus mehr als 25 Ländern präsentieren dort ihre Neuheiten und Weiterentwicklungen für die Bereiche Rehabilitation und Pflege. So werden zum Beispiel Mobilitäts- und Alltagshilfen sowie Lösungen für ein barrierefreies, generationenübergreifendes Wohnen vorgestellt. Parallel zur Fachmesse findet vom 6. bis 7. Oktober der „REHACARE“-Kongress statt. Das Motto des Kongresses lautet in diesem Jahr „Selbstbestimmt Wohnen und Pflegen zu Hause – Von der Vision zur Realität!“.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter: www.rehacare.de