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Aktuelles23.10.2009

Fachtagung „Zukunftsmarkt Alter“: Wie der Einzelhandel sich auf die ältere Kundschaft einstellt

Rund 130 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Wissenschaft kamen auf Einladung der Bundesinitiativen „Wirtschaftsfaktor Alter“ und „Erfahrung ist Zukunft“ am 6. Oktober 2009 zur Fachtagung „Zukunftsmarkt Alter“ nach Stuttgart. Thema des Tages waren die Chancen der demografischen Entwicklung für den Handel.

„Ältere sind ein bedeutender Zukunftsmarkt für Baden-Württemberg. Unternehmen, die sich heute nicht darauf einstellen, verschlafen die Zeichen der Zeit“, sagte Prof. Dr. Claudia Hübner, Staatsrätin für Demografischen Wandel und Senioren im Staatsministerium Baden-Württemberg, in ihrer Begrüßungsrede. Während der heutige Anteil der über 60-Jähriger an der bundesdeutschen Gesamtbevölkerung 25 Prozent beträgt, werden es nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes bis 2050 durchschnittlich 38 Prozent sein – in Baden-Württemberg sogar 40 Prozent.

Alwin Proost, Leiter des Referats Demografischer Wandel im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sieht den demografischen Wandel als Herausforderung, aber auch Chance: „Unternehmen werden doppelt mit dem demografischen Wandel konfrontiert. Ihre Belegschaft wird älter, ebenso die Kundschaft.“ Darauf müsse sich der Handel einstellen, so Proost. „Ältere konsumieren anders als Jüngere, aber beide profitieren von generationengerechten Produkten und Dienstleistungen.“

Welche Bedeutung ältere Menschen im Hinblick auf die soziale Unterstützung innerhalb der Familie, aber auch hinsichtlich ehrenamtlichen Engagements haben, darauf ging Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Heidelberger Ruprecht-Karls-Universität und Vorsitzende der Kommission des 6. Altenberichts, ein. In seinem Vortrag wies er darüber hinaus auf das Thema Altersarmut hin. Zwar spiele diese heute noch keine große Rolle, werde aber in den kommenden Jahren zunehmen.

Aus der Praxis berichteten zwei Unternehmen. Anhand von Beispielen zeigten sie, wie sich der Einzelhandel mit einfachen Maßnahmen und Angeboten auf ältere Kundinnen und Kunden einstellen kann. Zu den genannten Beispielen zählen: größere Preisauszeichnungen, breitere Gänge, aber auch indem über 50-Jährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die ältere Kundschaft beraten und dadurch Vertrauen schaffen.

Die Fachtagung war Teil einer bundesweiten Veranstaltungsreihe der Initiative „Erfahrung ist Zukunft“ der Bundesregierung. Als nächstes findet am 12. November 2009 in Schwerin der Workshop „Wirtschaft im demografischen Wandel“ statt.

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