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Experteninterview26.01.2012

„Immer mehr Unternehmen setzen integrierte Konzepte um, die nicht auf Einzelmaßnahmen zielen, sondern auf einer gut abgestimmten lebensphasenorientierten Strategie aufbauen“

Sie haben gerade unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Publikation „Die Deutsche Wirtschaft und der demografische Wandel - Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ herausgebracht. Warum beschäftigten Sie sich mit dem Thema?
Unternehmen sind von den absehbaren volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen des demografischen Wandel unmittelbar betroffen. Damit nehmen lebensphasenorientierte Konzepte einen hohen Stellenwert in der strategischen Personalplanung unserer Mitgliedsunternehmen ein. Aus diesem Grund hat sich econsense gemeinsam mit dem BMFSFJ dazu entschlossen, eine Broschüre zu Lösungsansätzen und Best-Practice Beispielen in der deutschen Wirtschaft zu veröffentlichen. Hiermit möchten wir aufzeigen, welche innovativen Ideen die Wirtschaft bereits jetzt umsetzt und Unternehmen Anregungen zu geben, wie die Herausforderungen des demografischen Wandels angegangen werden können.

Wie sollten Unternehmen ihre Personalpolitik zukünftig ausrichten, um auf dem Markt wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein?
Unabhängig von staatlichen Rahmenbedingungen nehmen sich Unternehmen zunehmend als eigenständige Akteure wahr, die durch betriebsinterne Modelle dazu beitragen, ihre Belegschaft „demografiefit“ zu machen. Ein Patentrezept gibt es hierbei nicht - abhängig von Branchen, Berufen und Regionen sehen sich Unternehmen unterschiedlichen Engpässen in der Rekrutierung und Bindung von Fachkräften gegenüber. Ziel ist es, besser als bisher die Potenziale jedes einzelnen derzeitigen und möglichen zukünftigen Mitarbeiters zu nutzen. Dies gilt insbesondere für das Potenzial von Frauen, Älteren und Jüngeren sowie für das von Menschen mit Migrationshintergrund.

Können Sie uns zwei innovative Beispiele nennen, die zeigen, was Unternehmen in der Praxis tun können?
Abhängig von der individuellen Ausgangssituation in den Unternehmen ist die Bandbreite der unternehmerischen Handlungskonzepte groß. Die Strategien unserer Mitgliedsunternehmen beinhalten Sport- und Gesundheitsprogramme, Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten genauso wie flexible Arbeitszeiten und Betreuungsprogramme für Mitarbeitende mit Betreuungsaufgaben. Immer mehr Unternehmen setzen dabei integrierte Konzepte um, die nicht auf Einzelmaßnahmen zielen, sondern auf einer gut abgestimmten lebensphasenorientierten Strategie aufbauen.

Verlassen wir zum Abschluss die Arbeitswelt und richten den Blick auf die Zivilgesellschaft: Wie sieht Ihre Version der Gesellschaft 2050 aus?
Der demografische Wandel hat sich zu einem Schlüsselthema entwickelt, das unsere Gesellschaft spürbar verändern wird. Studien gehen davon aus, dass in Deutschland 2050 fast doppelt so viele über 65-jährige Menschen leben wie unter 20-jährige leben werden. Die demografische Entwicklung wird nicht zu stoppen sein. Man kann sie höchstens abmildern. Um diesen Wandel zu gestalten und parallel die Chancen des demografischen Wandels zu nutzen, bedarf es der engagierten Zusammenarbeit aller Akteure der Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Der Erhalt der unternehmerischen Wettbewerbs- und Innovationskraft wird hierdurch maßgeblich bestimmt werden.

Die Broschüre kann hier herunter geladen werden.

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© 2012 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend