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Hausnotruf

Die Bekanntheit der Dienstleister, die einen solchen Hausnotruf anbieten, hält sich jedoch in Grenzen. Gerade mal 38 Prozent der über 50-jährigen Deutschen wissen, dass es ihn gibt. Dabei leisten Hausnotrufdienste einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der häuslichen Lebenssituation vorwiegend älterer, kranker aber auch behinderter Menschen. Zusätzlich tragen sie dem Wunsch nach unabhängiger Lebensgestaltung Rechnung und gewährleisten ein hohes Maß an Sicherheit im Alter. Deswegen haben sich der Bundesverband Hausnotruf sowie die Initiative Hausnotruf zum Ziel gesetzt, die Vorteile der Dienstleistung ins Blickfeld einer breiten Öffentlichkeit zu rücken.
Den Hausnotruf gibt es nach Angaben des Bundesverbands Hausnotruf bislang in insgesamt 350 deutschen Städten. Rund 350.000 hilfebedürftige Menschen nutzen das Angebot und sind mit einem Hausnotrufgerät an eine der rund 180 Zentralen angeschlossen. Der Fachverband der Wohlfahrtsverbände in Deutschland versteht sich als Interessenvertreter der Nutzerinnen und Nutzer wie auch der Dienstleister. Er fungiert sowohl als Impulsgeber für neue Technologien als auch als Vermittler zwischen politischen Entscheidungsträgern, Pflegekassen und Betroffenen. Neben dem Arbeiter-Samariter-Bund, der Arbeiterwohlfahrt und dem Deutschen Roten Kreuz gehören die Johanniter-Unfall-Hilfe, der Malteser Hilfsdienst und die Volkssolidarität zu den Mitgliedern des Bundesverbands Hausnotruf. Auf seiner Internetseite stellt der Verband Informationen zu Preisen, Anbietern und Funktionsweisen des Hausnotrufdienstes zur Verfügung.
Auch die im Januar 2009 gestartete Initiative Hausnotruf unter der Schirmherrschaft von Dr. Norbert Blüm widmet sich dem Thema. In ihr haben sich Hilfsorganisationen sowie Hausnotrufanbieter und –hersteller zusammengeschlossen. Um den Hausnotruf bekannter zu machen, fragte die Initiative Anfang dieses Jahres bundesweit nach: „Wie möchten Sie im Alter leben?“ Die Ergebnisse der Befragung präsentierte die Initiative auf ihrer ersten öffentlichen Veranstaltung im Juni unter Anwesenheit von Dr. Norbert Blüm und Ministerialdirektor Dieter Hackler, dem Leiter der Abteilung „Ältere Menschen“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Die Grundfunktion des Hausnotrufs besteht darin, im Ernstfall jederzeit Hilfe anfordern zu können. Dabei ist das Prinzip einfach: In der Wohnung gibt es eine Basisstation. Über einen Sender, der am Körper – zum Beispiel an einem Armband oder einer Halskette – befestigt ist, kann der Hilfesuchende per Knopfdruck eine Hausnotrufzentrale alarmieren. In Sekundenschnelle können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentrale Kontakt zum Anrufer herstellen und nach dem Grund des Alarms fragen. Erhalten sie keine Antwort, weil die Person beispielsweise bewusstlos ist, wird sofort ein Rettungswagen losgeschickt.
Mittlerweile gibt es zudem Geräte für den Gebrauch außerhalb der eigenen vier Wände. Diese können auch für bestimmte Zeiten – beispielsweise, wenn die Familie verreist ist – geliehen werden.
Weitere Informationen:
Bundesverband Hausnotruf: www.bv-hausnotruf.de
Initiative Hausnotruf: www.initiative-hausnotruf.de